Die Magiera ist da

Seit eben weiß ich es:

Die Magiera

Ab heute kann man meinen personalisierbaren Jugendroman bestellen.

Im Verlagstext heißt es:

Eine fantastische Geschichte, in der wahre Freundschaft die Mächte des Bösen besiegt; mit einer jugendlichen Heldin, einer Schar von Freunden und vielen zauberhaften Wesen

Empfohlene Altersgruppe: 12-14 Jahre

Die junge Heldin staunt nicht schlecht, als nach vielen Jahren im Kinderheim plötzlich eine Frau auftaucht, die behauptet, ihre Mutter zu sein, und sie mit nach Hause nimmt. Von da an verändert sich ihr ganzes Leben. Sie lernt das Zauberreich Heimlant kennen und erfährt, dass sie in Wirklichkeit eine „Magiera“ ist, eine Magierin, die alle magischen Kräfte, die in Heimlant wirken, beherrscht und lenken kann. Außerdem soll sie die Nachfolge ihrer Mutter, der Herrin über das Zauberreich, antreten.

Wäre da nicht die missgünstige Tante der Heldin, die alles versucht, um die Krone an sich zu reißen. Die junge Magiera muss sich auf eine gefährliche Reise begeben, die ihre magischen Kräfte stärken und sie direkt zu ihrer mächtigsten Gegnerin führen soll. Wie gut nur, dass sie von vielen guten Freunden begleitet wird!

Der Roman lässt sich bei der Bestellung über die Homepage vielfältig personalisieren.

Ben Philipp
Die Magiera
PersonalNovel, 2009

Bestellen

Werbeanzeigen

Eintopf

Foto: Philipp Bobrowski

Alex stellte die Dose auf die Arbeitsfläche. Er stutzte. Hatte sich die Dose bewegt? Und hatte er gerade ein leises Schmatzen gehört? Ein Schmatzen aus der Dose?

So ein Quatsch! Einbildung. Oder der Erbseneintopf war durch das Abstellen in Bewegung geraten.

Alex suchte nach dem Dosenöffner. Natürlich! Wieder ganz unten in der Schublade. Wohl zum hundertsten Mal ärgerte er sich, dass er sich noch keinen neuen gekauft hatte. Das Billiggerät strotzte vor Rost. Selbst ohne Dose bedurfte es schon einer Kraftanstrengung, das kleine Zahnrädchen zu einer Drehung zu verleiten. So artete der schnelle Eintopf zwischendurch zu richtiger Küchenarbeit aus.

Alex kam regelrecht ins Schwitzen, bevor er auch nur in die Hälfte des Deckels eine schmale Öffnung geschnitten hatte. Er legte eine Pause ein.

Als er sich an die zweite Hälfte begeben wollte, zuckte er zurück. Wie eklig war das denn? Aus dem noch frischen Spalt zwischen Deckel und Dosenrand kroch eine fette Made. Der weiße Körper war feucht und pelzig. Ihr folgte eine weitere. Dann eine dritte.

Alex hielt sich die Hand vor den offenen Mund, brachte Abstand zwischen sich und die Dose und beobachtete mit einer angewiderten Faszination, wie sich immer mehr der weißen Viecher über den gar nicht mehr appetitanregenden Dosenaufdruck schleimten, um dann ihren Weg auf seiner Arbeitsplatte fortzusetzen. Krochen sie tatsächlich alle auf ihn zu?

Über den Anblick der Maden hatte er die Dose ganz vergessen. Plötzlich gab es einen Knall. Langsam hob sich der Deckel. Alex machte eine Art Tentakel aus. Dann schob sich der Körper des Untieres hinterher. Es sah aus wie eine dickleibige Spinne, deren Beine den Fangarmen eines Kraken ähnelten. Mit großen Saugnäpfen hielt es sich am Blech der Dose fest. Von den zangenartigen Kiefern, die mit einem klickenden Geräusch stetig auf und zu schnappten, tropfte zähflüssiger Speichel. Erstaunlich intelligente Augen starrten Alex an.

Er rümpfte die Nase. Es roch nach halb verdautem Eintopf, Fäulnis und Fisch.

Eigentlich war dieses Ding gar nicht so groß. Sonst hätte es auch kaum in die Büchse gepasst. Allerdings begann es jetzt mit seltsamen, fast wiegenden Bewegungen vor und zurück zu schaukeln, als wolle es Schwung holen. Dabei war sein Blick weiter starr auf Alex gerichtet. Und je länger er dem Wesen in diese faszinierenden Augen schaute, desto klarer wurde ihm: Es wollte wachsen. Es hatte noch immer Hunger.

Schon spürte er die ersten Maden an seinen Beinen hochkriechen. Er glaubte beinahe das Knabbern zu hören. Doch das war jetzt nicht mehr wichtig, denn in den Augen seines Gegenübers konnte er es lesen: Der Erbseneintopf war nur der Anfang gewesen.