Blogroman: 24 – Ex-Freundin

„Ist das von Lisa?“, fragte Tom, nachdem er Mona zu sich gerufen hatte. Seine Stimme überschlug sich dabei.
„Woher soll ich das wissen?“ Mona wischte mit dem Finger über den Fleck in der Badewanne und betrachtete dann das rote Geschmiere auf der Kuppe.
„Haben sie Lisa … ermordet?“
„Das glaube ich nicht. Noch nicht. Sonst hätten wir hier vermutlich ihre Leiche gefunden.“ Mona wusch sich die Hände. „Aber sie hat ihnen offenbar auch nicht gegeben, wonach sie gesucht haben.“
„Woher wollen Sie das wissen?“ Die Frage schoss ihm unerwartet heftig aus dem Mund. Es machte ihn fertig, mit welcher Ruhe Mona vorging. Es machte ihn fertig, was überhaupt vorging.
„Ganz einfach, niemand hätte die ganze Wohnung durchsucht, wenn sie das Verlangte freiwillig herausgerückt hätte.“
Das leuchtete ihm ein. „Aber wo ist sie jetzt?“
„Vermutlich auf dem Weg zu Ihnen.“
„Zu mir?“
„Dorthin, wo man auch Sie schon gefangen hält. Nur dass Sie dort nicht mehr sind.“ Mona lachte. „Kommen Sie!“
Tom war gar nicht zum Lachen zumute. Er blieb stehen. „Wissen Sie, wie spät es ist?“
Mona schaute auf eine Armbanduhr, die Tom für ihr Handgelenk deutlich zu klobig fand. „Gleich um sechs.“
„Dann muss ich jetzt nach Hause. Die Arbeit ruft.“ Er hob entschuldigend die Schultern.
Mona starrte ihn einen Moment an, bevor sie mit einem verächtlichen Schnauben den Kopf schüttelte. „Sie sind wirklich selten dämlich. Glauben Sie wirklich, Sie können jetzt einfach wieder zur Arbeit gehen und alles vergessen? Eigentlich könnte es mir ja egal sein, aber Sie sollten wissen, dass Sie jetzt auf einer Abschussliste stehen. Und wenn Ihnen das schon nichts bedeutet, sollten Sie sich wenigstens Sorgen um Ihre Freundin machen.“
„Ex-Freundin“, warf Tom vorsichtig ein, ohne große Hoffnung, das würde in den Augen Monas irgendetwas ändern. Nicht einmal sein eigenes Gewissen konnte es beruhigen.
„Sie sind ein Arsch! Und Sie können mir glauben, dass ich nichts lieber täte, als Sie hier stehen zu lassen. Aber Sie werden mir nicht von der Seite weichen, bis ich nicht das Artefakt habe.“ Sie hob ihre Pistole. „Als Alternative lasse ich nur Ihren Tod gelten.“

Was bisher geschah

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