Das Ende der Reise

Leuchtende Fliesen, copyright: BennoP

Verbissen schrubbte Timm das Weibchen der Gattung Wrings. Inzwischen war er im Umgang mit der großen Bürste einigermaßen geübt, und im Moment saß die Wrings ganz ruhig. Da er darum auch nicht um sein Leben fürchten musste, hing er seinen Gedanken nach. Wäre es nicht seine eigene Geschichte, die ihm durch den Kopf ging, er hätte lauthals losgelacht.

Hier war er nun angekommen, in einem großen Raum mit seltsam leuchtenden Kacheln. Fünf Jahre Studium, fast zehn Jahre Forschungstätigkeit und eine Expedition, die noch einmal dieselbe Zeit in Anspruch genommen hatte, hatten ihn hierher geführt. Viel hätte nicht gefehlt und er wäre hier gar nicht eingetroffen. Eine große Portion Glück hatte ihn den Absturz überleben lassen. Glück! Ha!

Die Wrings schob sich zurück und Timm musste achtgeben, dass sie ihn nicht zwischen sich und der Wand zerquetschte. Sie waren alles andere als intelligent. Aber sie waren groß. Und sie stanken.

Er war ohnehin fertig mit seiner Arbeit, sprang ab und läutete die Glocke. Während er der Wrings hinterherschaute, fiel ihm ein, wie man die Crew und ihn verabschiedet hatte. Sie waren schon damals als Helden gefeiert worden, als wären sie bereits erfolgreich zurückgekehrt, nicht erst hoffnungsfroh aufgebrochen. Aufgebrochen, neue Lebensräume zu erschließen und neue Kulturen zu entdecken. Nun war er der einzige Überlebende. Ein dummer technischer Defekt, als sie bereits den Erfolg feierten. Nur der Umstand, dass er sich gerade auf der Toilette befand, hatte ihn allein das Ziel erreichen lassen. Welche Ironie!

Beinahe gelassen schaute er zu, wie sich die nächste Wrings in die Kabine schob. Groß wie ein Elefant. Es waren meistens Wrings. Ihre Anzahl reichte ins Unendliche. Timm empfand es beinahe als willkommene Abwechslung, wenn ein Weibchen der Drunks oder der Korks zu ihm kam. Obwohl seine Arbeit auch dann um keinen Deut angenehmer war.

Er hielt sich die Nase zu, während er auf seinen Einsatz wartete.

Das erhebende Gefühl, der erste Mensch auf diesem Planeten zu sein, hatte sich schnell ins Gegenteil verkehrt. Ja, den Bewohnern hier war er sehr willkommen gewesen. Lange hatte man nach einem Ersatz für die aussterbenden Drohner gesucht. Und dann war ihnen Timm erschienen und hatte ihnen eine Lösung aufgezeigt.

Timm, die Speerspitze der expansionswilligen Menschheit. Timm, der Forschungsreisende. Timm, der Held, der den Menschen die Zukunft sichern wollte.

Timm, der nun am Ende der Reise angekommen war. Auf einem Planeten, auf dem er für die heimischen Spezies niederste Dienste leisten musste. In einem Damenklo auf Murks, dessen Spezies kein Klopapier kannten.

Doch es gab einen schwachen Trost. Wenn er auch nie wieder zu den Menschen zurückkehren würde, sie würden ihm folgen. Längst waren riesige Frachtschiffe zur Erde unterwegs, um seinesgleichen in Massen nach Murks zu transportieren, wo man mit ihnen die Toiletten des Planeten bestücken wollte. Denn die Menschen eigneten sich ganz hervorragend. Sie waren zwar nicht weniger empfindlich als die Drohner, aber sie waren zahlreich, klein und geschickt.

Das Ende der Reise

Verbissen schrubbte Timm das Weibchen der Gattung Wrings. Inzwischen war er im Umgang mit der großen Bürste einigermaßen geübt, und im Moment saß die Wrings ganz ruhig. Da er darum auch nicht um sein Leben fürchten musste, hing er seinen Gedanken nach. Wäre es nicht seine eigene Geschichte, die ihm durch den Kopf ging, er hätte lauthals losgelacht.
Hier war er nun angekommen, in einem großen Raum mit seltsam leuchtenden Kacheln. Fünf Jahre Studium, fast zehn Jahre Forschungstätigkeit und eine Expedition, die noch einmal dieselbe Zeit in Anspruch genommen hatte, hatten ihn hierher geführt. Viel hätte nicht gefehlt und er wäre hier gar nicht eingetroffen. Eine große Portion Glück hatte ihn den Sturz überleben lassen. Glück! Ha!
Die Wrings schob sich zurück und Timm musste Acht geben, dass sie ihn nicht zwischen sich und der Wand zerquetschte. Sie waren alles andere als intelligent. Aber sie waren groß. Und sie stanken.
Er war ohnehin fertig mit seiner Arbeit, sprang ab und läutete die Glocke. Während er der Wrings hinterherschaute, fiel ihm ein, wie man die Crew und ihn verabschiedet hatte. Sie waren schon damals als Helden gefeiert worden, als wären sie bereits erfolgreich zurückgekehrt, nicht erst hoffnungsfroh aufgebrochen. Aufgebrochen, neue Lebensräume zu erschließen und neue Kulturen zu entdecken. Nun war er der einzige Überlebende. Ein dummer technischer Defekt, als sie bereits den Erfolg feierten. Nur der Umstand, dass er sich gerade auf der Toilette befand, hatte ihn allein das Ziel erreichen lassen. Welche Ironie!
Beinahe gelassen schaute er zu, wie sich die nächste Wrings in die Kabine schob. Groß wie ein Elefant. Es waren meistens Wrings. Ihre Anzahl reichte ins Unendliche. Timm empfand es beinahe als willkommene Abwechslung, wenn ein Weibchen der Drunks oder der Korks zu ihm kam. Obwohl seine Arbeit auch dann um keinen Deut angenehmer war.
Er hielt sich die Nase zu, während er auf seinen Einsatz wartete.
Das erhebende Gefühl, der erste Mensch auf diesem Planeten zu sein, hatte sich schnell ins Gegenteil verkehrt. Ja, den Bewohnern hier war er sehr willkommen gewesen. Lange hatte man nach einem Ersatz für die aussterbenden Drohner gesucht. Und dann war ihnen Timm erschienen und hatte ihnen eine Lösung aufgezeigt.
Timm, die Speerspitze der expansionswilligen Menschheit. Timm, der Forschungsreisende. Timm, der Held, der den Menschen die Zukunft sichern wollte.
Timm, der nun am Ende der Reise angekommen war. Auf einem Planeten, auf dem er für die heimischen Spezies niederste Dienste leisten musste. In einem Damenklo auf Murks, dessen Spezies kein Klopapier kannten.
Doch es gab einen schwachen Trost. Wenn er auch nie wieder zu den Menschen zurückkehren würde, sie würden ihm folgen. Längst waren riesige Frachtschiffe zur Erde unterwegs, um seinesgleichen in Massen nach Murks zu transportieren, wo man mit ihnen die Toiletten des Planeten bestücken wollte. Denn die Menschen eigneten sich ganz hervorragend. Sie waren zwar nicht weniger empfindlich als die Drohner, aber sie waren zahlreich, klein und geschickt.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s