Nach dem Wind

Nach dem Wind

Nach dem großen Wind war endlich wieder schönes Wetter. Lev Leo beschloss, einen kleinen Spaziergang zu machen. Da war er nicht der Einzige. Viele Tiere nutzten die Gunst der Stunde, um sich ein bisschen die Pfoten oder die Hufe zu vertreten.

Lev Leo traf als erstes Juba Flink, die Gepardin. „Einen schönen Tag“, rief Lev ihr zu.
„Tag“, antwortete Juba und kicherte.
„Was ist denn so lustig?“, wollte Lev wissen. Ihm war durchaus zum Lachen zumute.
„Ach, nichts“, sagte Juba, kicherte wieder und sprang dann mit ein paar langen Sätzen davon.

Merkwürdig, dachte Lev. Während er noch grübelte, was Juba so amüsiert hatte, begegnete er Conno Horn. „Hallo“, begrüßte er das Gnu.
„Hi“, antwortete Conno. „Was ist denn mit dir passiert?“
„Nichts“, sagte Lev. „Ich habe Juba getroffen. Die hat so komisch gekichert, als sie mich sah.“
„Aha“, machte Conno nur. Dann schnaubte er belustigt und graste grinsend weiter.
„Ist was?“, fragte Lev, aber Conno schnaubte nur ein weiteres Mal und grinste noch breiter.

Soll er doch grinsen, dachte Lev Leo. Davon lasse ich mir doch meinen Spaziergang nicht vermiesen. Er musste nicht weit gehen, da traf er auf Cuta Tüpfel. Die Hyäne war nicht gerade seine beste Freundin, dennoch wunderte es Lev Leo, als sie lauthals lachte. Er wollte sie erst gar nicht weiter beachten, doch dann hielt er es nicht mehr aus. „Was findest du denn so lustig?“
„Hat dir das noch niemand gesagt?“, fragte Cuta. Es fiel ihr sichtlich schwer, das Lachen zu unterdrücken.
„Was denn?“, fragte Lev ungeduldig.
„Komm, ich zeige es dir.“ Cuta ging mit Lev zum nächsten Wasserloch. „Schau da rein!“
Neugierig blickte Lev in das Wasser. Er sah sein Spiegelbild und erschrak: Der große Wind hatte seine Mähne ganz zerzaust. Die Haare standen ihm zu Berge. Das sah wirklich so lustig aus, dass Lev Leo über sich selbst lachen musste. Cuta stimmte mit ein und so saßen sie noch eine Weile am Wasserloch. Immer, wenn sich Lev gerade beruhigt hatte, schaute er ins Wasser und musste wieder lachen.

Schließlich half ihm Cuta, seine Mähne wieder zu richten. Als er wieder wie ein richtiger Löwe aussah, verabschiedete er sich von Cuta und versprach, nach dem nächsten großen Wind und vor dem nächsten Spaziergang auf seine Frisur zu achten.

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6 Gedanken zu “Nach dem Wind

  1. Pingback: Tweets that mention Nach dem Wind « Ben Philipps Schreibwelt -- Topsy.com

  2. Das ist so süß! Eine wirklich schöne Geschichte. Die würde ich wirklich zu gern mal den Kindern vorlesen.

    Und die Namen … wie bist du nur wieder darauf gekommen!?
    🙂

  3. Pingback: Der neue Lev am Kindergeschichtenhimmel « Valentiners Blog

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