2words: Warum nur …

Warum nur konnten Kinder nicht hören? Er hatte Lissi das Versprechen abgenommen, das Kinderzimmer nicht zu verlassen. Mit drei großen Schritten war er bei ihr und baute sich schützend vor ihr auf. „Geh zurück in den Zimmer! Ich komme gleich.“
„Aber Papa …“
„Geh!“ Er atmete auf, als die Kleine sich umdrehte und, wenn auch schmollend, aus der Tür rannte.
„Süß.“ Vera nahm die Beine vom Schreibtisch. „Wie alt? Zwölf, dreizehn?“
„Das geht dich gar nichts an!“
Vera lachte, während sie sich von seinem Chefsessel erhob. „Interessiert mich auch nicht wirklich. Wäre trotzdem schade, wenn das arme Ding bald ohne Daddy aufwachsen müsste.“ Elegant wie ein Model auf dem Laufsteg schritt sie zum Fenster. „Also, du weißt, warum ich hier bin.“

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Die ganze Geschichte

Noch nicht zu spät

Noch nicht zu spät

© dpaint

Er wischte sich den Schweiß von der Stirn. Seine Hand übertrug ihr Zittern über das Handy an sein Ohr.
Claudia versuchte ihn zu beruhigen. „Noch mal langsam. Was ist passiert?“
„Der Wagen hat eine Panne. Den Zug hab ich auch nicht geschafft. Mit dem nächsten komme ich zu spät. Bormann wird toben. Alles futsch!“ Er gab sich keine Mühe, seine Verzweiflung zu verbergen. „Die Beförderung kann ich vergessen.“
„Bist du noch am Bahnhof? Ich komme und fahr dich.“
Ihm rutschte das Handy aus der Hand. Im letzten Moment konnte er es auffangen. „Aber dein … deine …“
„Ich rufe Frau Brink gleich an, um zu verschieben. Ich weiß doch, wie wichtig der Termin für dich ist.“
Er atmete auf. „Für uns, Schatz, für uns.“ Er betonte es so sehr, dass ihm die anschließenden Sekunden wie ein schweigendes Jahrhundert vorkamen.
„Für deine Karriere.“

Der Motor lief, als er zu ihr in den Wagen stieg.
„Wie lange werden wir brauchen?“
„Das kommt darauf an, wo du hinmöchtest.“
Diesmal war es an Claudia, Überraschung zu zeigen. „Wie bitte?“
„Gönnen wir uns einen schönen Tag zu zweit.“

2words: „Also, was …“

„Also, was schenkst du mir?“
Diese Frage konnte er nun gar nicht einordnen. Wann hatte Vera Geburtstag gehabt? Oder ging es um ein anderes Jubiläum? Der Tag, an dem sie sich kennengelernt hatten?
„Du freust dich doch sicher, dass ich wieder in Freiheit bin?“
Schnell nickte er.
„Siehst du. Das wäre ein guter Anlass für ein Geschenk gewesen.“ Ihre Stiefelspitzen wippten über der Tischplatte. „Na, mir wird schon etwas einfallen.“
„Papa?“

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