Ein-Satz: Mit einem letzten Blick …

Mit einem letzten Blick auf Elisabeth verließ er den Raum. Bedächtig stieg er die breite Treppe hinab. Einen Moment verharrte er vor dem Bildnis des alten Grafen. Die letzten Stufen nahm er mit zwei riesigen Sätzen, rannte zum Ausgang und von dort zu den Stallungen. Der Regen durchnässte seine Jacke im Handumdrehen, doch Gunther nahm sich nicht einmal die Zeit, den Kragen hochzuschlagen. „Können wir denn nicht bald aufbrechen?“, rief er, noch bevor er bei Diederich angelangt war.
Der Stallmeister drehte sich nicht einmal um, während er den Kutschpferden das Geschirr anlegte. „Ah, der junge Herr Gunther. Ist er inzwischen geadelt worden, dass er mir Befehle geben darf?“
„Entschuldige, ich wollte dir nicht befehlen. Doch die Zeit drängt! Elisabeth muss fort!“
„Nun ist sie schon weit über zwei Jahre hier, da wird es auf den einen Moment mehr oder weniger auch nicht ankommen.“
Ja, sie war schon lange auf dem Gut. Viel zu lange. Gunther konnte sich des Gefühls nicht erwehren, jeder weitere Augenblick würde ihr nachhaltig schaden. Er erinnerte sich noch gut an den Tag, als er ihr das erste Mal begegnet war.

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Die ganze Geschichte

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Absicht

© CFalk / pixelio.de

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„Es war keine Absicht“, flüsterte sie.
„Das ist mir egal!“ Er sagte es leise, drohend.
„Bitte!“
„Leck mich!“
Bernd ging langsam auf sie zu. Drängte sie in die Ecke des Schlafzimmers. Er war ihr schon ganz nah. Anne roch seine Fahne. Selbst jetzt, da er sich von ihr wegdrehte und aus dem Fenster blickte. Vielleicht hatte sie Glück, und er würde sie doch nicht bestrafen. „Komm vom Fenster weg!“
Sie wollte gehorchen, aber er machte ihr keinen Platz. Sollte sie über das Bett steigen? Er packte ihren Arm, stieß sie aufs Bett. Sie rollte sich ab, die Kissen versprachen für einen Moment falsche Weichheit, falsche Geborgenheit, bis sie in der anderen Ecke des Raumes wieder zum Stehen kam.

Ihre Blicke folgten ihm, wie er langsam das Bett umrundete, ein Grinsen im Gesicht. Als sie die Panik spürte, die einem Brechreiz gleich in ihr hochkochte, ärgerte sie sich. Wieder einmal. Warum stumpfte sie nicht ab? Erst, wenn die Schmerzen kamen, würde sie sich ergeben.

Er war abgelenkt, suchte nach einem Schlagwerkzeug, fand keines.
Vielleicht könnte sie doch noch an ihm vorbei … „Nein!“
Er hatte nach dem Wecker gegriffen.
„Nicht den Wecker!“
Wenn er bis eben noch überlegt haben sollte, war er sich jetzt sicher. „Halt’s Maul!“ Er nahm das pinkfarbene Teil in die andere Hand. Die rechte.
„Es war doch keine Absicht!“ Sie spürte Tränen. Zum ersten Mal seit vielen, vielen Jahren.

Es war ihr Wecker. Schon von Kindertagen an. Ihre Mutter hatte ihn ihr geschenkt. Oft hatte sie die kleine Minnie Mouse auf dem Ziffernblatt betrachtet. Bis heute. Und bis heute weckte er sie verlässlich. Jeden Tag. Leise genug, dass Bernd nicht aufwachte.

Die Plastikscheibe brach an ihrer Schläfe. Sie hatte die Augen geschlossen, und doch sah sie im Fallen Minnies verbeultes Gesicht. Sie hörte sie schreien. Musste schreckliche Schmerzen haben, das kleine Ding.
Noch immer fiel sie. Suchte Halt an der Nachttischlampe. Riss sie mit sich.
Bernd warf Minnie in die Ecke. Ihr Schreien endete mit einem leisen Klingeln. Bernd schaute sich noch einmal um. Dann fummelte er an der Gürtelschnalle.
Sie sah ihm dabei zu. Lange. Wie durch einen Nebelschleier. Während sich ihre Finger krümmten. Aus ihrer Hand eine Faust machten. Sich dann kurz entspannten, um nach der Nachttischlampe zu tasten.

Es war keine Absicht.

Manuschau: Mandrill

„Übertreib es nicht“, hat Netti gesagt. „Sonst verwechselt er dich noch mit einem Mandrill.“ Ganz so schlimm ist es wohl nicht. Sehr beruhigend. Ich krame wieder in der Handtasche und ziehe die Lippen nach.

Technisches

Im Moment bin ich eher mit technischen Fragen und Dingen beschäftigt. Die betreffen zum einen die E-Book-Geschichte, zum anderen will ich endlich mit der Homepage (nicht dem Blog) auf meinen Server umziehen (Domain bleibt ja dieselbe, ist bisher nur umgeleitet). Tja, kann sich nur noch um ein paar Monate handeln, bis ich damit fertig bin.

Zooland: Trübe Aussichten

Trübe Aussichten„Sahen die schon immer so bescheuert aus?“
„Das sind Besucher. Noch Fragen?“
„Mann, da vergeht einem echt der Appetit!“