2words: Sie blieb …

Sie blieb stehen und drückte ihm die Waffe an die Brust. In ihren Augen konnte er den Zorn sehen, den sie so gekonnt überspielte. Wenn er sein Leben retten wollte, würde er ihr folgen müssen. Das bedeutete seine Familie, sein Leben auf immer zurückzulassen. Mehr noch! Veras Blick verriet es ihm. Sie würde sich rächen an denen, die er ihr vorgezogen hatte, an Susanne und an Lissi. So oder so war sein Leben zu Ende.
„Erschieß mich! Nichts kann schlimmer sein, als wieder dir zu gehören!“
Veras Wut entlud sich in einem wuchtigen Schlag. Stöhnend sank er auf die Knie, nur um wieder in die Mündung des Revolvers zu starren, der ihn eben noch an der Schläfe getroffen hatte.
Wie aus weiter Ferne hörte er den Schrei. Kaum zu glauben, dass eine so hübsche Frau so viel Hass entwickeln konnte. Vera taumelte und fiel ihm in die Arme. Breitbeinig, wie ein Racheengel, schaute Susanne auf die Besiegte herunter. Als sie das blutige Küchenmesser fallen ließ, war da nicht der Anflug eines Bedauerns.

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Die ganze Geschichte

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2words: Er griff …

Er griff nach der Zimmertür, um sie weiter aufzuziehen, wollte Vera entschieden den Weg nach draußen weisen. Stattdessen verkrampften sich seine Finger um die Klinke. „Raus!“, hauchte er. Aus meinem Haus, dachte er. Aus meinem Leben.
Vera lächelte wieder. Er kannte dieses Lächeln. Es hatte ihn früher schon verführt. Aber hatte es auch damals schon ihre Augen ausgespart?
„Behandelt man so eine alte Freundin? Aber was soll ich machen? Dir scheint dein neues Leben besser zu gefallen. Will dir ja auch keiner wegnehmen. Du musst mir nur das Geld wiederbeschaffen!“
Er schüttelte dem Kopf. Schon das kostete ihn fast all seine Kraft.
Vera zuckte die Schultern. „Dann eben nicht. Du stellst dich aber auch an.“ Sie schulterte die Handtasche und schritt auf die Tür zu. Wie ähnlich sie Susanne war. Der gleiche schmollende Mund, das gleiche Zurückwerfen des Kopfes, das signalisierte, wie wenig sie von seiner Entscheidung hielt. Selbst im Gang ähnelten sich die beiden Frauen, wenn ihre Schritte einer leichten Verärgerung Ausdruck verliehen.
Ganz beiläufig holte Vera den Revolver aus der Tasche.

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2words: Oh ja …

Oh ja, er konnte, nein, er musste es sich denken. „Ich habe das Geld nicht angerührt.“
Sie schaute weiter aus dem Fenster. „Das will ich auch schwer hoffen!“
„Du weißt, ich wollte den Bruch schon damals nicht und …“
„Hast du uns deshalb verraten?“
Er schwieg.
„Und bist du deshalb nie bei mir im Knast gewesen?“
„Du hast mich doch nie wirklich geliebt.“
Jetzt drehte sie sich wieder zu ihm um. Sie lächelte. „Kein Grund, mir die Treue zu versagen. Hast du geglaubt, du wirst mich los? Dachtest du, ich vergesse dich in den paar Jährchen?“
Nein, im Grunde seines Herzens hatte er gewusst, dass sie ihn nicht einfach laufen lassen würde.
„Du meintest doch nicht wirklich, ich würde dich entscheiden lassen, wann unsere Beziehung beendet ist? Wenn jemand Schluss macht, dann bin ich das!“ Sie ging zurück zum Schreibtisch und griff nach ihrer Handtasche. „Also, lass uns gehen!“
Paul schlug das Herz bis zum Hals. Er erschrak, als er sah, wie seine erhobene Hand zitterte. „Nein!“

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2words: Warum nur …

Warum nur konnten Kinder nicht hören? Er hatte Lissi das Versprechen abgenommen, das Kinderzimmer nicht zu verlassen. Mit drei großen Schritten war er bei ihr und baute sich schützend vor ihr auf. „Geh zurück in den Zimmer! Ich komme gleich.“
„Aber Papa …“
„Geh!“ Er atmete auf, als die Kleine sich umdrehte und, wenn auch schmollend, aus der Tür rannte.
„Süß.“ Vera nahm die Beine vom Schreibtisch. „Wie alt? Zwölf, dreizehn?“
„Das geht dich gar nichts an!“
Vera lachte, während sie sich von seinem Chefsessel erhob. „Interessiert mich auch nicht wirklich. Wäre trotzdem schade, wenn das arme Ding bald ohne Daddy aufwachsen müsste.“ Elegant wie ein Model auf dem Laufsteg schritt sie zum Fenster. „Also, du weißt, warum ich hier bin.“

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2words: „Also, was …“

„Also, was schenkst du mir?“
Diese Frage konnte er nun gar nicht einordnen. Wann hatte Vera Geburtstag gehabt? Oder ging es um ein anderes Jubiläum? Der Tag, an dem sie sich kennengelernt hatten?
„Du freust dich doch sicher, dass ich wieder in Freiheit bin?“
Schnell nickte er.
„Siehst du. Das wäre ein guter Anlass für ein Geschenk gewesen.“ Ihre Stiefelspitzen wippten über der Tischplatte. „Na, mir wird schon etwas einfallen.“
„Papa?“

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