Mc Pom Fritz: In die Hufe

Ich bin sehr nachdenklich, ne. Letztes Wochenende hat mich Katha abgeholt. Meine Schwester, ihr wisst schon, ne? Damit ich meine Mutti besuchen konnte. Hab sie ja lang nicht gesehen. In der Woche muss ich arbeiten und am Wochenende fahren keine Busse, ne. Und meine Mutti reist ja nicht so gern.

Jedenfalls war Katha ganz entsetzt, als sie bei mir war. Weil sich noch nichts verändert hat, seit ich hier eingezogen bin. In der Küche die Spüle, der alte Kühlschrank und der Miniofen. Im Schlafzimmer die Matratze und im Wohnzimmer Muttis altes Sofa. Und die zwei Kisten mit meinem Zeug. Und das Telefon, damit ich Mutti jeden Tag anrufen kann, ne.

Ob ich mir denn von meinem Geld noch nichts angeschafft hab, wollte sie wissen. Doch, den Campingstuhl für den Balkon, sag ich. Und dass ich ja kein Auto hab, ne. Aber sie könnte mich doch fahren. Ich müsste halt mal ’n Ton sagen. Und Führerschein wär ja auch nicht schlecht. Wenigstens ’n Fahrrad. Ich sollte endlich mal in die Hufe kommen.

Ich denk jetzt halt, sie hat recht, die Katha, ne. Ich mein, was mach ich schon groß, außer arbeiten? Freitags im Supermarkt einkaufen.

Und besonders gemütlich ist’s hier auch nicht. Was, wenn mal Besuch kommt? Ich hab ja nicht mal ’n Fernseher, ne.

Und Arielle hab ich auch noch nicht wiedergesehen.

Ich muss noch bisschen weiter nachdenken.

Bis dann,

Euer Mc Pom Fritz

Mc Pom Fritz: Gesa

Ich lern hier immer mehr Leute kennen, ne. Seit heute weiß ich sogar den Namen einer Busfahrerin. Gesa. Ich freu mich immer, wenn sie den Bus fährt. Besonders freitags die lange Strecke nach Sanitz oder zurück. So wie heute.

Sie ist sehr beliebt bei den Fahrgästen, das hab ich gleich gemerkt, ne. Weil sie gern mit ihnen erzählt. Manchmal hält sie auch mal da, wo keine Haltestelle ist. Oder sie hilft bei Einkaufstaschen und Gepäck. Und sie kennt jeden, der bei ihr mitfährt, persönlich. Und einer, der in Gubkow, Am Damm, ausgestiegen ist, hat sich heute so laut von ihr verabschiedet, dass ich zuhören konnte, ne. „Tschüß, Udo!“, hat sie gesagt. Und er: „Machs gut, Gesa!“

Schade, dass Arielle nicht auch mit dem Bus fährt.

Bis dann,

Euer Mc Pom Fritz