Blogroman: 40 – Geister

Was sollte sie tun? Mona starrte auf das Rot der Ampel. Die Zeit drängte. Sie mussten Tsieg finden. Die „Geister“ hatten offenbar weder das Artefakt noch Bullmanns Ex. Mona hatte wenigstens Bullmann. Aber der wirkte im Moment wie weggetreten. Und zum ersten Mal tat er ihr wirklich leid.

Was bisher geschah

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Blogroman: 36 – Zurück

Tom hielt noch einen Moment inne. Die Hand am Türgriff, ging ihm nur eine Frage durch den Kopf: „Warum musstest du so große Töne spucken?“ Schließlich riss er sich zusammen, schob den Gedanken beiseite, er könne dem Lagerhaus einfach den Rücken zukehren und verschwinden, drückte die Klinke. Zögerlich erst, dann geräuschvoll. Er stemmte die Tür auf, erschrak beim Quietschen der Angeln. Dann stapfte er Richtung Lagerhalle.

Sie hatten ihn gehört. Natürlich, denn das war der Plan. Ein dummer Plan, da war er sich jetzt ganz sicher. Boss und die beiden anderen standen hinter dem Tisch, die Waffen auf ihn gerichtet. Er hob die Hände, hoffte, dass er halbwegs selbstsicher wirkte. „Hey, ganz ruhig! Ich bin unbewaffnet.“ Tom suchte den Raum nach dem Jungen ab.

Boss ließ die Waffe sinken und lachte. Leider blieben die anderen beiden Schießeisen, wo sie waren.
„So, du bist zurück?“ Die Stimme von Boss klang beinahe freundlich. „Schön blöd, dass du dich uns wieder auslieferst. Vor allem, wo du uns doch belogen hast.“
Tom sprach langsam, um seine Angst zu verbergen. „Wie auch immer. Wenn ihr das Artefakt wollt, müsst ihr den Jungen freigeben!“
Boss lachte wieder. „Warum sollten wir das tun?“
„Er hat mit der ganzen Sache nichts zu tun.“
„Ach so, na dann.“ Der belustigte Ton, mit dem sie das sagte, machte Tom Sorgen, doch sie drehte sich um und rief: „Los Kleiner, hau schon ab!“
Jetzt erst sah er den Jungen, der in der hintersten Ecke kauerte. Er war vielleicht zehn, schätzte Tom. Und er bewegte sich nicht. „Mach schon, Junge!“, rief er. „Du bist frei!“

Endlich kam Leben in das verschreckte Kind. Es kroch seitwärts an der Wand entlang, erhob sich schließlich und rannte an Tom vorbei auf den Ausgang zu. Tom schaute ihm nach, wollte warten, bis der Junge sicher draußen angekommen war. Vielleicht ist er doch schon älter, dachte er. Nur ein bisschen kleinwüchsig.

Der Knall ließ ihn zusammenfahren.

Was bisher geschah

Tom hielt noch einen Moment inne. Die Hand am Türgriff, ging ihm nur eine Frage durch den Kopf: „Warum musstest du so große Töne spucken?“ Schließlich riss er sich zusammen, schob den Gedanken beiseite, er könne dem Lagerhaus einfach den Rücken zukehren und verschwinden, drückte die Klinke. Zögerlich erst, dann geräuschvoll.  Er stemmte die Tür auf, erschrak beim Quietschen der Tür. Dann stapfte er Richtung Lagerhalle.
Sie hatten ihn gehört. Natürlich, denn das war der Plan. Ein dummer Plan, da war er sich jetzt ganz sicher. Boss und die beiden anderen standen hinter dem Tisch, die Waffen auf ihn gerichtet. Er hob die Hände, hoffte, dass er halbwegs selbstsicher wirkte. „Hey, ganz ruhig! Ich bin unbewaffnet.“ Tom suchte den Raum nach dem Jungen ab.
Boss ließ die Waffe sinken und lachte. Leider blieben die anderen beiden Schießeisen, wo sie waren.
„So, du bist zurück?“ Die Stimme von Boss klang beinahe freundlich. „Schön blöd, dass du dich uns wieder auslieferst. Vor allem, wo du uns doch belogen hast.“
Tom sprach langsam, um seine Angst zu verbergen. „Wie auch immer. Wenn ihr das Artefakt wollt, müsst ihr den Jungen freigeben!“
Boss lachte wieder. „Warum sollten wir das tun?“
„Er hat mit der ganzen Sache nichts zu tun.“
„Ach so, na dann.“ Der belustigte Ton, mit dem sie das sagte, machte Tom Sorgen, doch sie drehte sich um und rief: „Los Kleiner, hau schon ab!“
Jetzt erst sah er den Jungen, der in der hintersten Ecke kauerte. Er war vielleicht zehn, schätzte Tom. Und er bewegte sich nicht. „Mach schon, Junge!“, rief er. „Du bist frei!“
Endlich kam Leben in das verschreckte Kind. Es kroch seitwärts an der Wand entlang, erhob sich schließlich und rannte an Tom vorbei auf den Ausgang zu. Tom schaute ihm nach, wollte warten, bis der Junge sicher draußen angekommen war. Vielleicht ist er doch schon älter, dachte er. Nur ein bisschen kleinwüchsig.
Der Knall ließ ihn zusammenfahren.Tom hielt noch einen Moment inne. Die Hand am Türgriff, ging ihm nur eine Frage durch den Kopf: „Warum musstest du so große Töne spucken?“ Schließlich riss er sich zusammen, schob den Gedanken beiseite, er könne dem Lagerhaus einfach den Rücken zukehren und verschwinden, drückte die Klinke. Zögerlich erst, dann geräuschvoll. Er stemmte die Tür auf, erschrak beim Quietschen der Tür. Dann stapfte er Richtung Lagerhalle.

Sie hatten ihn gehört. Natürlich, denn das war der Plan. Ein dummer Plan, da war er sich jetzt ganz sicher. Boss und die beiden anderen standen hinter dem Tisch, die Waffen auf ihn gerichtet. Er hob die Hände, hoffte, dass er halbwegs selbstsicher wirkte. „Hey, ganz ruhig! Ich bin unbewaffnet.“ Tom suchte den Raum nach dem Jungen ab.

Boss ließ die Waffe sinken und lachte. Leider blieben die anderen beiden Schießeisen, wo sie waren.

„So, du bist zurück?“ Die Stimme von Boss klang beinahe freundlich. „Schön blöd, dass du dich uns wieder auslieferst. Vor allem, wo du uns doch belogen hast.“

Tom sprach langsam, um seine Angst zu verbergen. „Wie auch immer. Wenn ihr das Artefakt wollt, müsst ihr den Jungen freigeben!“

Boss lachte wieder. „Warum sollten wir das tun?“

„Er hat mit der ganzen Sache nichts zu tun.“

„Ach so, na dann.“ Der belustigte Ton, mit dem sie das sagte, machte Tom Sorgen, doch sie drehte sich um und rief: „Los Kleiner, hau schon ab!“

Jetzt erst sah er den Jungen, der in der hintersten Ecke kauerte. Er war vielleicht zehn, schätzte Tom. Und er bewegte sich nicht. „Mach schon, Junge!“, rief er. „Du bist frei!“

Endlich kam Leben in das verschreckte Kind. Es kroch seitwärts an der Wand entlang, erhob sich schließlich und rannte an Tom vorbei auf den Ausgang zu. Tom schaute ihm nach, wollte warten, bis der Junge sicher draußen angekommen war. Vielleicht ist er doch schon älter, dachte er. Nur ein bisschen kleinwüchsig.

Der Knall ließ ihn zusammenfahren.

Blogroman: 33 – Tsieg

Lisa stand vor der Mülltonne. Warum war immer alles so schwer? Sie betrachtete die unförmige Figur in ihrer Hand. Sie hatte ihr einmal viel bedeutet. Nicht, weil sie so besonders schön war. Sie war sogar ausgesprochen hässlich. Das hölzerne Gesicht eine schwarze Fratze, der dunkle Rumpf ein dickleibiges Ei und die Beine viel zu kurz. Aber sie besaß eine Geschichte. Eigentlich sogar zwei.

Lisa erinnerte sich genau, wie Tom ihr das Ding vom Flohmarkt mitgebracht hatte. „Der Verkäufer war ein seltsamer Vogel, wie man ihn sich in einem Märchenfilm vorstellt. Er trug einen schäbigen Hut mit bunten Bändern dran, machte einen südländischen Eindruck und sprach gebrochen Deutsch. Er sagte mir, das sei Tsieg, der Geist des Übergangs, der seinen Besitzer beschützen und in fremde Welten führen könne.“

Lisa war begeistert gewesen. Sie mochte alles, was mit Mystik und Zauberei zu tun hatte. Mehr noch aber zählte die Geste, denn Tom fand diesen ganzen Märchenquatsch albern. Dass er dennoch an sie gedacht und sich die Erzählungen des Verkäufers so genau eingeprägt hatte, wurde zu ihrer ganz persönlichen Geschichte.

Konnte sie nur neu anfangen, wenn sie das Relikt ihrer alten Beziehung in die Mülltonne warf? Und war es nicht doch noch zu früh? Gerade erst war die schönste Nacht ihres Lebens so unsanft beendet worden. Sie hatte die Frau nicht gesehen, die da an die Tür gepoltert hatte, aber sie hatte sie keifen hören. Sie wollte Lars glauben, dass mit seiner Ex lange Schluss war und sie nicht jeden Morgen an seine Tür pochen und ihn um Hilfe bitten würde. Und irgendwo gab es auch eine leise Stimme in ihr, die es rührend fand, dass er sie nicht einfach wieder nach Hause geschickt hatte.

Aber nun war sie wieder unsicher. Sie steckte Tsieg zurück in die Handtasche und ging ins Haus. Die Wohnungstür war aufgebrochen!

Was bisher geschah

Blogroman: 27 – Müde

Wieder saß er im Auto. Noch nie hatte er um diese Uhrzeit so viele Kilometer hinter sich gebracht. Und das war noch das Wenigste, was er in dieser Nacht hatte erleben müssen. Diesmal musste er selber fahren. Mona saß auf dem Beifahrersitz und spielte mit der Waffe. Vielleicht sollte ich mich daran gewöhnen, dachte Tom, der jetzt merkte, wie müde er war. Zu müde, um sich zusätzlich zum Autofahren auch noch um sein Leben zu sorgen.
„Wollen Sie mir immer noch nicht erzählen, was es mit dem Artefakt auf sich hat?“, fragte er und gähnte.
Mona schwieg.
„Das sollte warscheinlich kein Ja bedeuten“, versuchte er zu scherzen.
„Konzentrieren Sie sich mal lieber auf den Verkehr. Jetzt, wo Sie so richtig in Gefahr sind, wäre es doch schade, wenn Sie einen Unfall bauen.“
„Sehr witzig“, antwortete Tom, blinzelte und starrte stur auf die Straße vor sich.

Was bisher geschah

Blogroman: 24 – Ex-Freundin

„Ist das von Lisa?“, fragte Tom, nachdem er Mona zu sich gerufen hatte. Seine Stimme überschlug sich dabei.
„Woher soll ich das wissen?“ Mona wischte mit dem Finger über den Fleck in der Badewanne und betrachtete dann das rote Geschmiere auf der Kuppe.
„Haben sie Lisa … ermordet?“
„Das glaube ich nicht. Noch nicht. Sonst hätten wir hier vermutlich ihre Leiche gefunden.“ Mona wusch sich die Hände. „Aber sie hat ihnen offenbar auch nicht gegeben, wonach sie gesucht haben.“
„Woher wollen Sie das wissen?“ Die Frage schoss ihm unerwartet heftig aus dem Mund. Es machte ihn fertig, mit welcher Ruhe Mona vorging. Es machte ihn fertig, was überhaupt vorging.
„Ganz einfach, niemand hätte die ganze Wohnung durchsucht, wenn sie das Verlangte freiwillig herausgerückt hätte.“
Das leuchtete ihm ein. „Aber wo ist sie jetzt?“
„Vermutlich auf dem Weg zu Ihnen.“
„Zu mir?“
„Dorthin, wo man auch Sie schon gefangen hält. Nur dass Sie dort nicht mehr sind.“ Mona lachte. „Kommen Sie!“
Tom war gar nicht zum Lachen zumute. Er blieb stehen. „Wissen Sie, wie spät es ist?“
Mona schaute auf eine Armbanduhr, die Tom für ihr Handgelenk deutlich zu klobig fand. „Gleich um sechs.“
„Dann muss ich jetzt nach Hause. Die Arbeit ruft.“ Er hob entschuldigend die Schultern.
Mona starrte ihn einen Moment an, bevor sie mit einem verächtlichen Schnauben den Kopf schüttelte. „Sie sind wirklich selten dämlich. Glauben Sie wirklich, Sie können jetzt einfach wieder zur Arbeit gehen und alles vergessen? Eigentlich könnte es mir ja egal sein, aber Sie sollten wissen, dass Sie jetzt auf einer Abschussliste stehen. Und wenn Ihnen das schon nichts bedeutet, sollten Sie sich wenigstens Sorgen um Ihre Freundin machen.“
„Ex-Freundin“, warf Tom vorsichtig ein, ohne große Hoffnung, das würde in den Augen Monas irgendetwas ändern. Nicht einmal sein eigenes Gewissen konnte es beruhigen.
„Sie sind ein Arsch! Und Sie können mir glauben, dass ich nichts lieber täte, als Sie hier stehen zu lassen. Aber Sie werden mir nicht von der Seite weichen, bis ich nicht das Artefakt habe.“ Sie hob ihre Pistole. „Als Alternative lasse ich nur Ihren Tod gelten.“

Was bisher geschah