In der Wanne

In der Wanne

© silver-john

Ihre Hände an seinem Hals gleichen einem Schraubstock. Warum ist sie so stark? In seinen Ohren rauscht es. Der Wasserhahn! Es kann nicht mehr lange dauern, bis die Wanne überläuft. Aber bestimmt ist sowieso schon alles nass. Sie schüttelt ihn. Er schüttelt sie. Wann ist es zu Ende? In seinen Schläfen pocht es. Er kann nicht atmen. Das Wasser steigt. Er sollte sie abwehren, ihren mörderischen Griff von seiner Kehle lösen. Doch ließe er ihre Schultern los, wäre das das Ende. Er möchte etwas sagen. Mit ihr sprechen. Sie anschreien. Doch er kann nicht. Braucht alle Kraft. Ohnehin schluckt das Wasser alle Töne. Endlich! Der Druck an seinem Hals lässt nach. Er lächelt. Lässt nicht locker. Bekommt Oberwasser.

Erst als er ganz sicher ist, richtet er sich auf. Greift nach einem Handtuch. Sie liegt in der Wanne. Starrt ihn an. Ihr Haar schwimmt auf. Die Lippen, endlich nicht mehr zusammengepresst, verblassen. Er liebt es, wenn sich am Ende ihre Züge entspannen. Sie sich endlich in ihr Schicksal fügen. So auch sie. Keine bisher hat sich so gewehrt. Starkes Mädchen.

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Kraftakt

Auf der Zielgeraden mit Rückenwind bedeutet nicht unbedingt, dass man einen leichten Lauf hat.

Momentan arbeite ich nach festem Plan, der wenig Luft zum Atmen lässt. Damit mein Jugendroman auch wirklich Ende August fertig wird, gilt es täglich ein festes Ziel zu erreichen: 1000 Wörter pro Tag.
Für einen Schreiber wie mich, der es gewohnt ist, möglichst nah an der Druckreife zu schreiben, nicht einfach. Wenn eine Formulierung mal nicht so sitzt, komme ich nicht wirklich voran.
Aber, toi, toi, toi, im Moment bin ich Plan. Halte ich ihn bis zum Ende ein, habe ich sogar ein kleines bisschen Vorlauf.