Flüssige Redeweise

© Ichweißes

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Dass das Badezimmer in meiner neuen Altbauwohnung mindestens eine Geschichte hatte, bemerkte ich spätestens, als ich in die Badewanne stieg, um mich zu duschen. Kaum hatte ich die Brause von der altertümlichen Gabel genommen und den nicht wesentlich moderneren Hebel betätigt, schoss mir ein Schwall derber Flüche über den Körper. Die von Rost durchsetzte Stimme machte prustend und speiend ihrem Ärger Luft, dass sie eben diesen angesetzt hatte. Der rotbraune Wasserstrahl zuckte wie ein von Krämpfen geschüttelter Greis und trieb mich aus der Wanne. Daraufhin wurde er ruhiger, spülte den letzten Rost hinfort und entschuldigte sich. Er bat mich zurück in das wortreiche Nass, wo er mir fortan die reinigenden Geschichten meiner Vorgänger erzählen wollte.

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Vielen Dank für die Bildvorlage von erinnye. Schickt mir auch eure Bilder.

Katzenfrage: Man lernt nie aus!

LiliDas ist meine Lili. Eigentlich ist sie nicht meine, sondern ich betreue sie nur, weil ihr Frauchen, meine Mutter nämlich, für mehrere Jahre im Ausland weilt.

Sie hat schon so ihre Eigenheiten, die Lili. Und über eine habe ich mich immer sehr gewundert: Sie rührte das bereitgestellte frische Wasser praktisch nie an, verlangte stattdessen Einlass ins Badezimmer, wo sie dann aus dem Eimer mit dem Altwasser aus den Aquarien trank.

Ich erklärte mir das einfach so, dass es für die Katze irgendwie schmackhafter sei als das reine Leitungswasser. Da ich selbst nie vorgehabt hatte, mir eine Katze zuzulegen, hatte ich mich da wohl nicht ausreichend informiert. Denn nun weiß ich, dass die Lösung wohl ganz woanders liegt.

Katzenliebhaber wissen sicher längst, was wahrscheinlich die Ursache für das gar nicht so ungewöhnliche Trinkverhalten von Lili war. Also, wie lautet des Rätsels Lösung?

Blogroman: 22 – Hinter dem Bett

Die Tür war aufgebrochen und stand einen Spalt breit offen. Mona hielt Tom zurück, der drauf und dran war, in die Wohnung zu stürmen. „Sind Sie sicher, dass die Einbrecher schon fort sind?“, flüsterte sie. Um einen sarkastischen Tonfall musste sie sich gar nicht erst bemühen.
Er antwortete nicht, aber sie sah ihm an, dass es ihm peinlich war.
Sie zog ihre SP und schmunzelte, als sie sein Erschrecken sah. „Bleiben Sie stehen, bis ich Sie rufe!“ Die Pistole im Anschlag schob sie die Tür weiter auf und betrat die Wohnung Lisa Altmanns. Schon im Flur waren die Schubladen aus einer eher geschmacklosen Kommode gerissen. Mona musste sehr vorsichtig sein, um nicht über eine von ihnen zu stolpern. Langsam näherte sie sich dem ersten Raum. Der Vorhang war gewaltsam zur Seite gerissen worden, seine Verankerung hatte sich auf der einen Seite gelöst. Es roch nach Parfüm. Mona ahnte, dass sie sich dem Badezimmer näherte. Sie spähte hinein. In dem kleinen Raum glitzerten die Scherben des Spiegels und diverser Parfümfläschchen auf dem Fußboden. Eine der bräunlichen Duschkabinenwände war gesprungen.
Sie schob sich weiter zum nächsten Zimmer. Die Tür knarrte, als sie sie langsam öffnete. Über den Lauf der Halbautomatik schaute sie sich um. Das Schlafzimmer. Die Kissen und Decken auf dem Doppelbett waren durchwühlt, der Kleiderschrank stand offen, sein Inhalt zu großen Teilen auf dem Fußboden verstreut. Zur Sicherheit schaute sie hinter das Bett. Dann ging sie in die Hocke und beugte sich vor, um auch unter dem Bett nachzusehen.
Im Flur tat es einen lauten Knall.

Was bisher geschah