Cool

Nur mal so: Wollen wir nicht alle gern cool sein? Wenn schon nicht durchgehend, dann wenigstens dann, wenn es ziemlich cool wäre, cool zu sein? Und schon stolpern wir. Denn es gibt kaum etwas Uncooleres, als cool sein zu wollen.

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Blogroman: 25 – Videospiel

Eigentlich hätte er seine Eltern wecken müssen. Aber sie mochten es nicht, wenn er ihren Schlaf störte. Sie verstanden es sowieso nicht, dass er oft lange vor dem Weckerklingeln aufstand. Und sie würden es außerdem noch früh genug erfahren.
Schon im Treppenhaus spürte er seine Aufregung. Er war nicht besonders mutig, wenn er sich im echten Leben bewegte. Und selten geschah es, dass ihn etwas vom Computerspiel ablenkte. Doch diesmal war er bei einem der seltenen Seitenblicke aus dem Fenster am Geschehen vor dem Haus hängengeblieben.
Zunächst hatte er nur einen Mann und eine Frau gesehen, die den Weg von dem alten Lagerhaus heruntergelaufen kamen. Das war zwar etwas seltsam, hätte ihn aber kaum von seinem morgendlichen Spiel abgehalten. Doch irgendetwas faszinierte ihn an den beiden. Er drückte die Pausentaste, damit er den Kampf gegen den fremden Magier und seine Untoten nicht verlor, stand auf und ging zum Fenster.
Die beiden waren jetzt schon um einiges näher gekommen. Sie schienen es eilig zu haben. Der Mann rieb sich die Handgelenke. Er wirkte unsicher und schaute sich ständig um. Vielleicht hatte er Angst? Ja, ganz sicher. Sie dagegen machte einen ganz anderen Eindruck. Cool irgendwie. Mutig. Und mit ihren roten Haaren schien sie im ersten Licht der Straßenlaternen fast zu leuchten.
Wie eine Agentin aus einem Videospiel. Tilo drückte sich fast die Nase platt, um die beiden nicht aus den Augen zu verlieren. Sie waren jetzt direkt vor seinem Haus. Die Frau schaute sich kurz um und lief dann direkt auf einen Audi zu. Papas Audi! Tilo hielt den Atem an, während er beobachtet, wie die Frau in den Wagen stieg.

Was bisher geschah

Blogroman: 9 – Kein cooles Date

Tom sog die Luft ein.
„Jasmin“, sagte sie.
„Angenehm, Tom“, sagte er zynisch.
„Das Parfüm“, sagte sie.
„Ah so.“ Es ging ihm eigentlich am Arsch vorbei, welcher Duft das war. Es war in jedem Fall derselbe, den er schon in der Wohnung gerochen hatte.
Er schaute aus dem Autofenster in die vorbeifliegende Nacht. Er biss sich auf die Lippen, wollte den Ausbruch verhindern. Er, der er immer versuchte, den äußeren Schein zu wahren. Sogar als Lisa ihn verlassen hatte, war er scheinbar die Coolness in Person gewesen.
Doch diese Situation überforderte selbst ihn. Der Schlüssel, der Einbruch, das Chaos im Arbeitszimmer, der Niederschlag und jetzt das: Er saß auf der Rückbank eines BMW und eine ihm fremde Frau richtete vom Beifahrersitz aus eine Waffe auf ihn.
„Verdammt! Was wollen Sie von mir?“
„Zunächt einmal, dass du nicht zu den Bullen rennst.“
„Sie müssen mich verwechseln. Ich bin nur ein stinknormaler Gebäudereiniger. Was könnte ich Ihnen schon nutzen?“
„Das lass mal unsere Sorge sein.“
Tom schaute die Frau an. Unter anderen Umständen hätte er versucht, sie aufzureißen. „Wo bringen Sie mich hin?“
Die Frau grinste. „Es wird dir dort nicht gefallen.“

Was bisher geschah