Manuschau: Kopfschmerzen

Am liebsten hätte sich Alisha einfach wieder aufs Bett geschmissen. Was für ein bescheuerter Morgen. Dieser Tag würde schon jetzt als der verrückteste letzte Schultag aller Zeiten in die Geschichte eingehen. Die Gedanken tobten ihr durchs Gehirn, dass sie Kopfschmerzen davon bekam und gar nicht wusste, welchen davon sie zuerst fassen sollte. Was war da unter der Dusche passiert?

(Aus dem Galan-Manuskript)

Flüssige Redeweise

© Ichweißes

© Ichweißes

Dass das Badezimmer in meiner neuen Altbauwohnung mindestens eine Geschichte hatte, bemerkte ich spätestens, als ich in die Badewanne stieg, um mich zu duschen. Kaum hatte ich die Brause von der altertümlichen Gabel genommen und den nicht wesentlich moderneren Hebel betätigt, schoss mir ein Schwall derber Flüche über den Körper. Die von Rost durchsetzte Stimme machte prustend und speiend ihrem Ärger Luft, dass sie eben diesen angesetzt hatte. Der rotbraune Wasserstrahl zuckte wie ein von Krämpfen geschüttelter Greis und trieb mich aus der Wanne. Daraufhin wurde er ruhiger, spülte den letzten Rost hinfort und entschuldigte sich. Er bat mich zurück in das wortreiche Nass, wo er mir fortan die reinigenden Geschichten meiner Vorgänger erzählen wollte.

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Vielen Dank für die Bildvorlage von erinnye. Schickt mir auch eure Bilder.

Regengrenze

Als ich am Wochenende auf der Autobahn direkt auf eine Gewitterfront zu und dann direkt hineingefahren bin, ist mir ein alter Wunsch von mir eingefallen:

Ich würde gern einmal direkt an einer Regengrenze stehen. Im Trockenen stehen und auf eine Regenwand schauen. Wie in eine Dusche in den Regen hineinlaufen. Ob das möglich ist?

Blogroman: 22 – Hinter dem Bett

Die Tür war aufgebrochen und stand einen Spalt breit offen. Mona hielt Tom zurück, der drauf und dran war, in die Wohnung zu stürmen. „Sind Sie sicher, dass die Einbrecher schon fort sind?“, flüsterte sie. Um einen sarkastischen Tonfall musste sie sich gar nicht erst bemühen.
Er antwortete nicht, aber sie sah ihm an, dass es ihm peinlich war.
Sie zog ihre SP und schmunzelte, als sie sein Erschrecken sah. „Bleiben Sie stehen, bis ich Sie rufe!“ Die Pistole im Anschlag schob sie die Tür weiter auf und betrat die Wohnung Lisa Altmanns. Schon im Flur waren die Schubladen aus einer eher geschmacklosen Kommode gerissen. Mona musste sehr vorsichtig sein, um nicht über eine von ihnen zu stolpern. Langsam näherte sie sich dem ersten Raum. Der Vorhang war gewaltsam zur Seite gerissen worden, seine Verankerung hatte sich auf der einen Seite gelöst. Es roch nach Parfüm. Mona ahnte, dass sie sich dem Badezimmer näherte. Sie spähte hinein. In dem kleinen Raum glitzerten die Scherben des Spiegels und diverser Parfümfläschchen auf dem Fußboden. Eine der bräunlichen Duschkabinenwände war gesprungen.
Sie schob sich weiter zum nächsten Zimmer. Die Tür knarrte, als sie sie langsam öffnete. Über den Lauf der Halbautomatik schaute sie sich um. Das Schlafzimmer. Die Kissen und Decken auf dem Doppelbett waren durchwühlt, der Kleiderschrank stand offen, sein Inhalt zu großen Teilen auf dem Fußboden verstreut. Zur Sicherheit schaute sie hinter das Bett. Dann ging sie in die Hocke und beugte sich vor, um auch unter dem Bett nachzusehen.
Im Flur tat es einen lauten Knall.

Was bisher geschah