Mc Pom Fritz: Der Plan

Nächste Woche geh ich zum Zahnarzt. Nö, Zahnschmerzen hab ich nicht. Ich putz mir ja immer fleißig die Zähne, ne. Eigentlich wollte ich mich nur mal durchchecken lassen. Aber jetzt hab ich doch Zahnschmerzen. Also, das hab ich denen gesagt, ne.

Das war nämlich so: Ich hatte doch Arielle wiedergesehn, ne. Leider hatte ich danach kein Glück mehr. Immer, wenn ich mit meinem Fahrrad nach Hause kam, stand ihr Auto schon da. Das war ganz schön blöd für mich, ne. Und da hab ich mir mal ihr Auto genauer angeguckt. Ganz unauffällig natürlich, ne. Und da hab ich diesen Aufkleber entdeckt, von der Zahnarztpraxis von Frau Dr. Maus in Tessin.

Frau Dr. Arielle Maus. Dachte ich erst, ne. Aber dann ist mir eingefallen, dass Arielle ja gar nicht Arielle heißt. Und außerdem, dass ja beim Zahnarzt noch mehr Leute arbeiten. Ich war ja schon früher mal beim Zahnarzt. Jedes Jahr sogar. Also bei einem anderen, ne. Nicht bei Frau Dr. Maus. Also, Arielle muss gar nicht Frau Dr. Maus sein.

Jedenfalls hab ich dann da angerufen. Ich wollte einen Termin. Aber ich hätte fast einen Monat warten müssen. Da hab ich dann gesagt, dass ich ganz dolle Zahnschmerzen hab. Die Frau am Telefon war sehr nett. Ich werde sehen, was sich machen lässt, hat sie gesagt. Das war übrigens auch nicht Frau Dr. Maus. Frau Bernhard oder so. Fand ich erst komisch, weil das ja ein Männername is, ne. Aber dann fiel mir ein, dass das ja ihr Nachname is. Hatte auch eine ganz liebe Stimme. Sanft und so, ne.

Jedenfalls geh ich jetzt nächsten Freitag zum Zahnarzt. Da muss ich ganz tapfer sein, ne. Und hoffentlich seh ich dann endlich Arielle wieder.

Bis dann,

Euer Mc Pom Fritz

Der Geisterorden: 51 – Pantoffelheld

„Sie sind weg, Boss!“
Noch immer verspürte Karl ein wenig Groll, wenn einer seiner Jungs ihn fast schon ignorierte, sobald seine Frau anwesend war. Aber er konnte nichts dagegen unternehmen. Er war nur so lange der Chef, solange Brigitte nicht in der Nähe war. Einer der führenden Köpfe des Ordens und doch nur ein Pantoffelheld.

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Mc Pom Fritz: Abgebrüht

Hab ich euch schon von Wolf erzählt? Der heißt natürlich nicht wirklich Wolf, ne, sondern Wolfgang. Aber alle nennen ihn Wolf, so wie mich alle Mc Pom Fritz nennen. Manchmal sagen die Leute aber auch Bär zu Wolf, weil er so groß und so breit ist wie ein Bär. Und auch so stark. Ich weiß es nicht genau, aber ich glaub, ein Bär ist noch ein bisschen stärker. Aber wahrscheinlich nicht viel.

Wolf ist Maurer und arbeitet auf der Baustelle, wo ich auch arbeite. Und er ist ein echter Kumpel. Das sagen auch die andern. Wolf ist zu jedem nett. Auch zu mir.

Richtig gemerkt habe ich das vor zwei Tagen, ne. Dabei war ich mir erst nicht sicher, ob ich das nett finden sollte. Ich hab gerade ein bisschen rumgestanden, weil ich mit der Schubkarre warten musste. Da kam er zu mir und sagte, ich würde in der letzten Zeit so viel vor mich hinträumen, was denn los wäre. Da hab ich ihm von Arielle erzählt.

Erinnert ihr euch? Arielle ist die Frau, die ich nur kurz gesehen habe. Sie heißt natürlich nicht wirklich Arielle, glaub ich. Ich nenn sie nur so, weil ich ja nicht weiß, wie sie wirklich heißt. Kennt ihr den Film mit Arielle? Die Meerjungfrau? Die mochte ich immer so. Leider hab ich sich noch nicht wiedergesehen. Nicht die Meerjungfrau … obwohl, die auch schon lange nicht. Ich bin halt nur abends zu Hause. Frau Schmidt seh ich fast täglich. Aber die wohnt ja auch nebenan und ist viel auf dem Balkon, ne.

Jedenfalls hat Wolf mich angeguckt, so von oben bis unten, und gesagt, ich soll sie vergessen. Die meisten Frauen, die man nur so halb gesehen hat und an die man dann immer denken muss, wären in Wirklichkeit gar nicht hübsch. Das wäre fast so etwas wie ein Gesetz. Und nett wären sie auch nicht.

Ich wollte ihm das gar nicht so richtig glauben und fand das erst gar nicht nett von ihm, ne. Aber gestern Abend hat mich meine Schwester besucht und ich hab sie gleich gefragt. Und sie hat erst gelächelt und gemeint, der wäre ganz schön abgebrüht, der Wolf. Und weil ich nicht wusste, was das bedeutet, hat sie gesagt, Wolf wäre ein kluger Mensch und würde mich wohl sehr gern mögen. Und er hätte in allem recht.

Jetzt muss ich nur noch Arielle vergessen. Wenn ich nur wüsste, wie man das macht, ne. Ich versuchs halt mal.

Bis dann,

Euer Mc Pom Fritz

Mc Pom Fritz: Das Rätsel

Seit letzter Woche muss ich ständig an sie denken! Ihr wisst ja, ich wollte am Sonntag noch in die kleine Gaststätte, ne. Und da war ich auch. Als erstes hab ich mal Frau Schmidt getroffen. Die wohnt bei mir im Haus, genau gegenüber von mir.

Sie saß an der Bar und trank Wodka-Cola. Und sie hat sich gefreut, mich zu sehen, und ich sollte mich zu ihr setzen. Hab ich auch gemacht. Am Tisch saß noch eine Familie, aber die kannte ich ja noch weniger, ne.

Ich hab mir ein Bier bestellt und mich die ganze Zeit mit Frau Schmidt unterhalten. So viel hab ich eigentlich gar nicht gesagt, denn sie hat die ganze Zeit erzählt. Dass man doch hier in Prangendorf Ausbau eigentlich ganz gut lebt. Und was sie so macht, den lieben langen Tag als Hausfrau. Und von ihrem Mann und von ihrem Sohn, der auch bei ihr wohnt.

Das war alles unheimlich interessant, aber ich konnte mir so viel auf einmal gar nicht merken. Ich glaub, sie hat sich trotzdem gefreut, dass ich zugehört habe, ne.

Na, und dann, als die Kneipe um sechs zugemacht hat,  sind wir nach Hause gegangen. Frau Schmidt hat immer noch erzählt. Aber plötzlich konnte ich ihr gar nicht mehr zuhören. Denn als wir gerade von der Gaststätte auf die Straße eingebogen sind, sah ich eine Frau, die in Haus 11 verschwand.

Ich habe sie kaum gesehen, eigentlich nur ihr wehendes kastanienbraunes Haar. Aber von da an konnte ich mich nicht mehr auf Frau Schmidt konzentrieren. Und seitdem muss ich an sie denken.

Ich hab sie bisher nicht wieder gesehen. Aber ich hoffe, ich kann euch bald mehr von ihr erzählen, ne.

Bis dann,

Euer Mc Pom Fritz

Der Geisterorden: 48 – Eine herzliche Begrüßung

Karl breitete die Arme aus. „Hallo, Mäuschen!“
„Spar dir das!“ Brigitte hielt ihn auf Abstand.
Karl räusperte sich verlegen. Es ärgerte ihn, wenn seine Frau ihn vor den Jungs bloßstellte.

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