Blogroman: 9 – Kein cooles Date

Tom sog die Luft ein.
„Jasmin“, sagte sie.
„Angenehm, Tom“, sagte er zynisch.
„Das Parfüm“, sagte sie.
„Ah so.“ Es ging ihm eigentlich am Arsch vorbei, welcher Duft das war. Es war in jedem Fall derselbe, den er schon in der Wohnung gerochen hatte.
Er schaute aus dem Autofenster in die vorbeifliegende Nacht. Er biss sich auf die Lippen, wollte den Ausbruch verhindern. Er, der er immer versuchte, den äußeren Schein zu wahren. Sogar als Lisa ihn verlassen hatte, war er scheinbar die Coolness in Person gewesen.
Doch diese Situation überforderte selbst ihn. Der Schlüssel, der Einbruch, das Chaos im Arbeitszimmer, der Niederschlag und jetzt das: Er saß auf der Rückbank eines BMW und eine ihm fremde Frau richtete vom Beifahrersitz aus eine Waffe auf ihn.
„Verdammt! Was wollen Sie von mir?“
„Zunächt einmal, dass du nicht zu den Bullen rennst.“
„Sie müssen mich verwechseln. Ich bin nur ein stinknormaler Gebäudereiniger. Was könnte ich Ihnen schon nutzen?“
„Das lass mal unsere Sorge sein.“
Tom schaute die Frau an. Unter anderen Umständen hätte er versucht, sie aufzureißen. „Wo bringen Sie mich hin?“
Die Frau grinste. „Es wird dir dort nicht gefallen.“

Was bisher geschah

Blogroman: 7 – Durchnässt

Tom hatte gar nicht bemerkt, dass es inzwischen zu regnen begonnen hatte. Er zog die Kapuze seines Shirts über den Kopf und die Schultern hoch.
Bis zur nächsten Polizeistation hatte er nur etwa zehn Minuten Fußweg. Er kam sich komisch vor. Würden die ihm überhaupt glauben? Was ihm da passiert war, hätte vielleicht zur Mafia gepasst. Oder zu Geheimdiensten. Stoff für einen Thriller. Wäre er ein erfolgreicher Geschäftsmann oder Anwalt, hätte sich vielleicht niemand gewundert. Aber er war Gebäudereiniger. Immerhin seit einem halben Jahr selbstständig. Dennoch konnte nicht einmal er sich vorstellen, was es in seinem Arbeitszimmer Bedeutendes zu holen gab. Gerade deshalb drängte es ihn, die Polizei einzuschalten. Für die Tat an sich gab es schließlich genug Beweise. Das Motiv herauszufinden war ja wohl deren Aufgabe.
Der beschissene Regen machte ihn nur noch wütender. Er ärgerte sich jetzt doch, dass er für das kurze Stück nicht den Wagen genommen hatte. Jeder andere war mit Besserem beschäftigt, als sich um diese Zeit die Klamotten durchnässen zu lassen. Nur noch zwei Straßen und er würde seinen Frust ausschütten können. Irgendetwas stach ihm in den Rücken. Er wollte sich umdrehen.
„Stopp! Keine Bewegung! Hände hoch!“

Was bisher geschah