Blogroman: 22 – Hinter dem Bett

Die Tür war aufgebrochen und stand einen Spalt breit offen. Mona hielt Tom zurück, der drauf und dran war, in die Wohnung zu stürmen. „Sind Sie sicher, dass die Einbrecher schon fort sind?“, flüsterte sie. Um einen sarkastischen Tonfall musste sie sich gar nicht erst bemühen.
Er antwortete nicht, aber sie sah ihm an, dass es ihm peinlich war.
Sie zog ihre SP und schmunzelte, als sie sein Erschrecken sah. „Bleiben Sie stehen, bis ich Sie rufe!“ Die Pistole im Anschlag schob sie die Tür weiter auf und betrat die Wohnung Lisa Altmanns. Schon im Flur waren die Schubladen aus einer eher geschmacklosen Kommode gerissen. Mona musste sehr vorsichtig sein, um nicht über eine von ihnen zu stolpern. Langsam näherte sie sich dem ersten Raum. Der Vorhang war gewaltsam zur Seite gerissen worden, seine Verankerung hatte sich auf der einen Seite gelöst. Es roch nach Parfüm. Mona ahnte, dass sie sich dem Badezimmer näherte. Sie spähte hinein. In dem kleinen Raum glitzerten die Scherben des Spiegels und diverser Parfümfläschchen auf dem Fußboden. Eine der bräunlichen Duschkabinenwände war gesprungen.
Sie schob sich weiter zum nächsten Zimmer. Die Tür knarrte, als sie sie langsam öffnete. Über den Lauf der Halbautomatik schaute sie sich um. Das Schlafzimmer. Die Kissen und Decken auf dem Doppelbett waren durchwühlt, der Kleiderschrank stand offen, sein Inhalt zu großen Teilen auf dem Fußboden verstreut. Zur Sicherheit schaute sie hinter das Bett. Dann ging sie in die Hocke und beugte sich vor, um auch unter dem Bett nachzusehen.
Im Flur tat es einen lauten Knall.

Was bisher geschah

Blogroman: 12 – Blut und Fesseln

Tom schmeckte Blut. Warm und ein bisschen metallisch. „Verdammte Scheiße! Ich weiß nicht, was Sie von mir wollen?“
Wieder schlug die Frau zu. Mit der blanken Faust. Tom hätte nie gedacht, dass ein so zierliches Wesen derart hart zuschlagen könnte.
„Wo ist es?“
„Was denn bloß?“ In seiner Schläfe zog sich das Stechen zu einem dumpfen Schmerz zusammen. Die Fesseln an seinen Fuß- und Handgelenken schnitten ihm ins Fleisch. Wenigstens einen bequemeren Stuhl hätten sie auswählen können, dachte er.
„Vielleicht weiß er es wirklich nicht, Boss.“
Die Frau warf dem Mann, der den Wagen gefahren hatte, einen bösen Blick zu. „Warum sollte er nicht wissen, worum es geht?“ Sie wandte sich wieder an Tom: „Also, spiel hier nicht den Dummen. Wo ist das Artefakt?“
„Das Artewas?“
Die Frau griff nach einem Schlagstock.
„So glauben Sie mir doch, wenn ich irgendetwas wüsste, würde ich es Ihnen sofort sagen. Aber Sie verwechseln mich. Ich hab nicht einmal eine Ahnung, wovon sie da reden.“
Seine Peinigerin hob den Schlagstock.

Was bisher geschah