Mc Pom Fritz: So ein Müll!

Hoffentlich hat sie es nicht gesehn! Ja, ihr glaubt es nicht, ich hab Arielle wiedergesehn! Das verdanke ich nur meinem Fahrrad, ne. Ich kam heute zufällig genau zur richtigen Zeit vom Einkaufen nach Hause. Gerade als sie aus ihrem Auto stieg. Ein Golf, glaub ich. Rot, ne.

Und sie ist noch viel hübscher als Frau Hart! Wie eine richtige Prinzessin. Obwohl sie nur eine einfache, blaue Jeans und ein schwarzes Shirt trug. Und ihre Haare! Wie ein Meer aus geschmolzenen Kastanien. Wenn man das so sagen kann. Ne. Und ihre Lippen! Ich musste gleich an Erdbeeren denken.

Blöderweise hab ich  meinen Hauseingang total verpasst. Ich hab auch gar nicht mehr gucken können, wo ich hinfahr. Ein Stück weiter stehen die Müllcontainer, ne. Hoffentlich hat sie es nicht gesehn!

Ich bin gleich wieder aufgesprungen und einfach weitergefahren, ne. Bis zum Zigarettenautomat bei der Kneipe. Dabei rauch ich gar nicht. Am liebsten hätt ich mich dahinter versteckt. Aber ich wollte sie auch noch mal sehn. Und ich musste ja sowieso zurück zur 8, ne.

Da kam sie mir dann entgegen. „Hallo“, hat sie gesagt und mit dem Kopf genickt, sodass einige Strähnen das Grün ihrer Augen bedeckten. Wie elegant sie sie mit der kleinen Hand aus dem Gesicht gestrichen hat …

Ich hab ganz vergessen, sie auch zu grüßen. So was Blödes! Und dann hätte ich beinah noch den neuen Fernseher auf dem Anhänger vergessen. Schade, dass heute Abend nicht Arielle kommt. Den Film im Fernsehn mein ich jetzt, ne. Arielle heißt ja gar nicht wirklich Arielle. Schade, dass sie heute Abend nicht kommt …

Bis dann,

Euer Mc Pom Fritz

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Mc Pom Fritz: Abgebrüht

Hab ich euch schon von Wolf erzählt? Der heißt natürlich nicht wirklich Wolf, ne, sondern Wolfgang. Aber alle nennen ihn Wolf, so wie mich alle Mc Pom Fritz nennen. Manchmal sagen die Leute aber auch Bär zu Wolf, weil er so groß und so breit ist wie ein Bär. Und auch so stark. Ich weiß es nicht genau, aber ich glaub, ein Bär ist noch ein bisschen stärker. Aber wahrscheinlich nicht viel.

Wolf ist Maurer und arbeitet auf der Baustelle, wo ich auch arbeite. Und er ist ein echter Kumpel. Das sagen auch die andern. Wolf ist zu jedem nett. Auch zu mir.

Richtig gemerkt habe ich das vor zwei Tagen, ne. Dabei war ich mir erst nicht sicher, ob ich das nett finden sollte. Ich hab gerade ein bisschen rumgestanden, weil ich mit der Schubkarre warten musste. Da kam er zu mir und sagte, ich würde in der letzten Zeit so viel vor mich hinträumen, was denn los wäre. Da hab ich ihm von Arielle erzählt.

Erinnert ihr euch? Arielle ist die Frau, die ich nur kurz gesehen habe. Sie heißt natürlich nicht wirklich Arielle, glaub ich. Ich nenn sie nur so, weil ich ja nicht weiß, wie sie wirklich heißt. Kennt ihr den Film mit Arielle? Die Meerjungfrau? Die mochte ich immer so. Leider hab ich sich noch nicht wiedergesehen. Nicht die Meerjungfrau … obwohl, die auch schon lange nicht. Ich bin halt nur abends zu Hause. Frau Schmidt seh ich fast täglich. Aber die wohnt ja auch nebenan und ist viel auf dem Balkon, ne.

Jedenfalls hat Wolf mich angeguckt, so von oben bis unten, und gesagt, ich soll sie vergessen. Die meisten Frauen, die man nur so halb gesehen hat und an die man dann immer denken muss, wären in Wirklichkeit gar nicht hübsch. Das wäre fast so etwas wie ein Gesetz. Und nett wären sie auch nicht.

Ich wollte ihm das gar nicht so richtig glauben und fand das erst gar nicht nett von ihm, ne. Aber gestern Abend hat mich meine Schwester besucht und ich hab sie gleich gefragt. Und sie hat erst gelächelt und gemeint, der wäre ganz schön abgebrüht, der Wolf. Und weil ich nicht wusste, was das bedeutet, hat sie gesagt, Wolf wäre ein kluger Mensch und würde mich wohl sehr gern mögen. Und er hätte in allem recht.

Jetzt muss ich nur noch Arielle vergessen. Wenn ich nur wüsste, wie man das macht, ne. Ich versuchs halt mal.

Bis dann,

Euer Mc Pom Fritz

Voll das Leben

Mann, bin ich froh, dass meine Schwester wie meine Mutti einen Kombi hat! So mussten wir nur einmal fahren. Mein ganzer Kram hat gerade so in die Autos gepasst. Ich meine, die Matratze und das kleine, alte Sofa, das ich von Mutti mitnehmen durfte, mussten ja auch rein, ne.

Gott sei Dank ging Katharinas Kühlschrank in den Golf von ihrem Freund Christian. Den braucht sie ja jetzt nicht mehr. Also den Kühlschrank mein ich, ne.

Das war ein Geschleppe! Aber als alles in der Wohnung war, sah es plötzlich ganz schön wenig aus.  Ich mein, die Matratze im Schlafzimmer, das Sofa im Wohnzimmer und der Kühlschrank in der Küche. Da ist dann noch so’n kleiner Miniherd, den mir die Krügers aus Dummerwitz geschenkt haben, so einer mit zwei Platten und ’nem Ofen. Ihr wisst schon, ne? Und die Spüle stand schon drin.

Na ja, aber das wird schon mehr, wenn ich mein erstes Geld kriege, ne. Nächste Woche geht nämlich der Job los!

Aber bis dahin werde ich sicher noch einiges erleben. Hier ist nämlich echt was los!  Ich mein, das hier ist nicht Dummerwitz, ne. Man kann sich gar nicht vorstellen, wie viele Leute hier in Prangendorf Ausbau wohnen. Das ist immerhin  ein Wohnblock, der die Hausnummern 7 bis 13 hat. 69 Wohnungen! Ich hab die Klingelschilder gezählt. Clever, ne? Und dann sind da noch zwei Einfamilienhäuser. Und natürlich die Kaserne, ne. Luftraketenabwehrgruppe. Hab aber noch keine Raketen gesehen.

Aber meine direkten Nachbarn hab ich schon kennengelernt. Die sind echt nett. Und unter mir wohnt ein großer Hund. Natürlich nicht alleine, sondern bei einer jungen Frau. Ein bisschen zottelig, aber sehr hübsch. Den Hund mein ich jetzt, ne. Die Frau hab ich nur einmal von Weitem gesehen, als sie mit dem Hund Gassi war.

Jedenfalls ist hier ganz schön was los. Mal sehen, ob ich mich am Wochenende in die kleine Kneipe trau. Ja, die gibts hier auch. Muss man nicht ins Nachbardorf wie in Dummerwitz, ne.

Gibt bestimmt wieder viel zu erzählen, nächste Woche, ne.

Bis dann,

Euer Mc Pom Fritz!