Foto… was?

Vor einer Woche:

Ich bin auf Fotosafari in den Wäldern hinter Sanitz. Auf dem Rückweg kommt mir ein Vater mit zwei kleinen Töchtern entgegen.

Tochter 1: Ist das ein Jäger?

Vater: Nein.

Tochter 2: Ist das ein Mann?

Vater: Ja.

Tochter 1: Was macht der Mann hier?

Vater (amüsiert, mit Blick auf meinen Fotoapparat): Der jagt Fotos.

Tochter2: Ist das ein Fotografer?

Vater: Ja.

Tja …

© PBPfoto

 

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Umgestoßen

Vor noch gar nicht allzu langer Zeit habe ich hier von einem neuen Projekt berichtet, mit dem ich gerade beschäftigt sei. Nun, Pläne ändern sich (aus Gründen), und eben dieses Projekt ist nun erst einmal aufgeschoben. Stattdessen arbeite ich seit ein paar Tagen an einer Idee, die mich quasi überfallen und aus den Socken gehauen hat. Lange schon habe ich keinen derart heftigen Drang verspürt, etwas zu schreiben. Und dabei drängt es mich eigentlich immer, zu schreiben. Ich bin also höchst inspiriert.

Worum geht es? Nun, es wird eine Serie in meinem Lieblingsgenre, der Fantasy. Protagonistin ist eine Sechzehnjährige, die zu Beginn der Geschichte keinerlei Ahnung hat, dass sie bald ein derart phantastisches Abenteuer erleben wird. Da geht es ihr ganz ähnlich wie einem gewissen berühmten Zauberlehrling. Und ja, obwohl ich selbst gar nicht der große Harry-Potter-Fan bin, meint meine Freundin, dass die Geschichte dessen Anhängern sicher gut gefallen könnte. Nun, mich stört es nicht. 😉

Hier seht ihr als kleinen Appetitanreger schon einen Ausschnitt vom wunderschönen Cover, das Traumstoff freundlicherweise bereits für mich entworfen hat:

Covergestaltung: Traumstoff

Vogeleieiei

Nandu

Neulich im Rostocker Zoo:

Ein kleines Mädchen wird auf einmal ganz aufgeregt, zeigt mit dem Finger auf einen der Nandus und ruft: „Guck mal, Mama, der ist schwanger!“

Mama setzt einen prüfenden Blick auf, schaut sich im Gehege um, von dem vermeintlich schwangeren Nandu zu seinen Artgenossen und wieder zurück, wiegt den Kopf, vergleicht ein weiteres Mal und sagt schließlich: „Nein, der ist nicht schwanger, die sehen alle so aus.“

In der Wanne

In der Wanne

© silver-john

Ihre Hände an seinem Hals gleichen einem Schraubstock. Warum ist sie so stark? In seinen Ohren rauscht es. Der Wasserhahn! Es kann nicht mehr lange dauern, bis die Wanne überläuft. Aber bestimmt ist sowieso schon alles nass. Sie schüttelt ihn. Er schüttelt sie. Wann ist es zu Ende? In seinen Schläfen pocht es. Er kann nicht atmen. Das Wasser steigt. Er sollte sie abwehren, ihren mörderischen Griff von seiner Kehle lösen. Doch ließe er ihre Schultern los, wäre das das Ende. Er möchte etwas sagen. Mit ihr sprechen. Sie anschreien. Doch er kann nicht. Braucht alle Kraft. Ohnehin schluckt das Wasser alle Töne. Endlich! Der Druck an seinem Hals lässt nach. Er lächelt. Lässt nicht locker. Bekommt Oberwasser.

Erst als er ganz sicher ist, richtet er sich auf. Greift nach einem Handtuch. Sie liegt in der Wanne. Starrt ihn an. Ihr Haar schwimmt auf. Die Lippen, endlich nicht mehr zusammengepresst, verblassen. Er liebt es, wenn sich am Ende ihre Züge entspannen. Sie sich endlich in ihr Schicksal fügen. So auch sie. Keine bisher hat sich so gewehrt. Starkes Mädchen.

Die Zeitung (Teil 2)

Foto: Pack-Shot

Foto: Pack-Shot

Teil1

Niklas stand eine ganze Weile vor der Tür der Schönherrs herum. Langsam drehte er sich um und ging die Treppe wieder hinunter. Es konnte sich nur um einen bösen Scherz handeln. Je näher sich der Uhrzeiger der Vier genähert hatte, desto unwahrscheinlicher war es ihm erschienen, dass es anders sein könnte.

„Niklas?“
Er fuhr herum. Laura stand auf dem Treppenabsatz.
„Wolltest du nicht zu mir kommen?“
„Ich … ich hab was vergessen.“
„Was denn?“
„Ähm … mein … meine … meinen … nicht so wichtig.“
„Hast du vergessen, was du vergessen hast?“ Laura lachte.
„Ähm …“ Sie musste gar nichts dafür tun, dass er sich zum Trottel machte.
„Komm schon! Wenn es dir wieder einfällt, kannst du es ja noch holen. Ist ja nicht gerade eine Weltreise.“ Sie verschwand. Er hätte es ihr am liebsten gleichgetan. Dafür war es jetzt zu spät. Er konnte nicht mehr zurück.

Ihm war äußerst unwohl bei der Sache. Vorsichtig schob er sich durch den Türspalt in die Wohnung der Schönherrs. Sie war genauso geschnitten wie die seiner Eltern. Die Frage war, ob Lauras Zimmer auch am Ende des langen Flurs lag. Links war die erste Tür leicht geöffnet. Offenbar das Schlafzimmer. Wie bei seinen Eltern. Das große Zimmer dahinter musste das Wohnzimmer sein. Wohin aber war Laura verschwunden? Er ging vorsichtig ein paar Schritte voran. Klar, Bad und Küche auf der rechten Seite. Die Tür, die unten zu seinem Zimmer geführt hätte, war geschlossen.
„Herr Klein? Haben Sie einen Termin bei meiner Mutter?“ Laura stand in der Tür gegenüber des Schlafzimmers und grinste.

Niklas beeilte sich, ihr in ihr Zimmer zu folgen. „Du hast das zweitgrößte Zimmer der Wohnung?“ Er vergaß fast seine Aufregung, so sehr staunte er.
„Du nicht?“
Er schüttelte den Kopf. Unten arbeitete sein Vater in diesem Raum. Niklas musste sich mit dem kleinsten Zimmer begnügen. Er schaute sich um. Er hatte noch nie ein Mädchenzimmer gesehen, aber so hatte er es sich bestimmt nicht vorgestellt. Als erstes fiel ihm der Fernseher auf. Ein eigener Fernseher! Wie oft hatte er sich das gewünscht. Auf dem riesigen Flachbildschirm, der auf dem Schreibtisch am Fenster stand, lief ein Bildschirmschoner. „Emma Peel!“ Er zeigte auf den Bildschirm und dann auf die Poster.
„Hast du den Film gesehen?“
„Klar!“, antwortete er, verkniff sich aber, dass seiner Meinung nach Uma Thurman in der Rolle der Peel so ziemlich das einzig Sehenswerte in dem Streifen gewesen war. Stattdessen staunte er jetzt über die vielen Bücher. „Hast du die alle gelesen?“
„Fast. Die meisten sind Krimis und Thriller. Da steh ich total drauf. Und jetzt glotz hier nicht nur blöd rum!“ Sie deutet mit einem Kopfnicken an, dass er sich auf die Couch setzen sollte. „Wir haben selbst einen Fall zu lösen!“
Er folgte dem Befehl sofort. Als sie sich neben ihn setzte, war seine Unsicherheit wieder da.
„Rück mir nicht so auf die Pelle!“
Obwohl sie reichlich Platz zur anderen Seite hatte, zwängte sich Niklas ganz bis an den Rand der Couch. Laura goss Orangensaft in zwei bereitgestellte Gläser und hielt ihm eines davon hin. Er mochte keinen Orangensaft, aber das schien Laura nicht zu interessieren. Er wollte sie nicht verärgern, griff schnell zu und nippte an dem Glas. Auch noch mit Fruchtfleisch!
Nun hatte er doch alles falsch gemacht. Mit strengem Blick streckte sie ihm ihr Glas entgegen, bis er begriff, dass er mit ihr anstoßen sollte. „Auf meinen Plan!“, sagte sie feierlich, kurz bevor die Gläser sich mit einem leisen Pling berührten, und Niklas fragte sich, ob er noch eingeweiht werden würde.