Schlaf geprüft

Offenbar habe ich im Zug einen so guten Schlaf, dass währenddessen jemand, nicht, ohne vorher die Abteiltür aufzuschieben, problemlos ins nur von mir besetzte, abgedunkelte Abteil spazieren, mein Smartphone vom Ladekabel trennen und mit ersterem verschwinden kann, nicht, ohne die Abteiltür wieder zu schließen.

Merk ich mir!

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In der Wanne

In der Wanne

© silver-john

Ihre Hände an seinem Hals gleichen einem Schraubstock. Warum ist sie so stark? In seinen Ohren rauscht es. Der Wasserhahn! Es kann nicht mehr lange dauern, bis die Wanne überläuft. Aber bestimmt ist sowieso schon alles nass. Sie schüttelt ihn. Er schüttelt sie. Wann ist es zu Ende? In seinen Schläfen pocht es. Er kann nicht atmen. Das Wasser steigt. Er sollte sie abwehren, ihren mörderischen Griff von seiner Kehle lösen. Doch ließe er ihre Schultern los, wäre das das Ende. Er möchte etwas sagen. Mit ihr sprechen. Sie anschreien. Doch er kann nicht. Braucht alle Kraft. Ohnehin schluckt das Wasser alle Töne. Endlich! Der Druck an seinem Hals lässt nach. Er lächelt. Lässt nicht locker. Bekommt Oberwasser.

Erst als er ganz sicher ist, richtet er sich auf. Greift nach einem Handtuch. Sie liegt in der Wanne. Starrt ihn an. Ihr Haar schwimmt auf. Die Lippen, endlich nicht mehr zusammengepresst, verblassen. Er liebt es, wenn sich am Ende ihre Züge entspannen. Sie sich endlich in ihr Schicksal fügen. So auch sie. Keine bisher hat sich so gewehrt. Starkes Mädchen.

Der Geisterorden: 57 – Abenteuer

Tom hatte erstaunlich gut geschlafen. Kurz, aber gut. Selbst in den Nächten war es hier recht warm zu dieser Jahreszeit, welche auch immer das sein mochte. Er schaute auf seine Armbanduhr. Richtig. Da war keine mehr.

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Der Traumwandler

Im Wolkenbett

Lev Leo gähnte. Er hatte etwas seltsames geträumt. Aber er konnte sich nicht mehr erinnern, was es gewesen war. Er öffnete die Augen und erhob sich langsam. Als er sich umschaute, wunderte er sich. Er befand sich nicht mehr auf dem kleinen Hügel, auf dem er eingeschlafen war. Stattdessen saß er nun neben einem großen Akazienbaum. Von seinem Rudel war nichts zu sehen. Er reckte sich, um so weit wie möglich schauen zu können – kein Löwe weit und breit. Außer ihm selbst natürlich.

Waren sie weitergezogen und hatten ihn vergessen? Aber warum sollten sie? Es war Regenzeit, das Gras in der Savanne leuchtete in kräftigem Grün und Tausende von Gnus und Zebras fanden reichlich zu fressen. Auch das Löwenrudel musste sich um die nächste Mahlzeit keine Sorgen machen. Es gab also keinen Grund, diesen Ort zu verlassen.

Vielleicht waren sie nur zum großen Fluss gezogen, um zu trinken. Lev wollte gleich nachschauen. Nur, wo war der Fluss? Von seinem Schlafhügel aus hätte Lev ihn leicht gefunden. Aber den Platz, an dem er aufgewacht war, kannte er nicht. Er würde sich durchfragen müssen.

Da sah er nicht weit entfernt Loxo Rüssel. Lev war ganz sicher, dass er es war, denn er hatte sich schon oft mit dem alten Elefanten unterhalten. Schnell lief er zu dem Dickhäuter hin. Der staunte nicht schlecht, als er Lev sah. „Was machst du denn hier auf der anderen Seite des großen Flusses?“
Jetzt war es an Lev, zu staunen. „Ich bin auf der anderen Seite des Flusses?“
Loxo wiegte bedächtig den Kopf und drehte seine großen Ohren nach vorn. „Ja, das bist du. Ich habe noch nie gehört, dass ein Löwe den Fluss überquert hat.“
„Aber das habe ich nicht“, antwortete Lev verwundert. „Als ich eingeschlafen bin, war ich noch auf der richtigen Seite.“
Loxo hob den Rüssel und schmunzelte. „Aha, du hast geschlafen. Hast du auch geträumt?“
„Ich glaube schon.“
Der alte Elefant wiegte den Kopf jetzt noch bedächtiger. „In Träumen kann man manchmal übers Wasser gehen. Dann träum dich mal zurück.“

Nachdenklich legte sich Lev wieder unter die Akazie. Wenn er sich wirklich hierher geträumt hatte, musste er jetzt nur wieder einschlafen. Aber das war kein Problem für ihn. Wie alle Löwen war er zu jeder Tages- und Nachtzeit für ein Nickerchen zu haben. Nur wollte er dieses Mal genau aufpassen, was er träumte.

Ein weißes Wolkenbett brachte ihn zu seinem Schlafhügel zurück. Noch bevor Lev die Augen öffnete, spürte er die raue Zunge von Mama Lea. „Genug geträumt!“, flüsterte sie ihm ins Ohr. „Wir wollen zum Fluss.“

Zooland: Schlafmütze

Schlafmütze

War ja wieder klar! „Hey, Schlafmütze! Gib mal was von der Decke ab!“
So ein Schnarcher! „Hey … Heyey! Frauchen hat dich gerufen. Sie hat Leckerli für dich.“
Das gibt es doch nicht. Sieht so aus, als müsste ich wieder fernsehen. Hoffentlich läuft nicht gerade Kommissar Rex.