Blogroman: 17 – Stille

Tom lauschte angestrengt, doch das Einzige, was er mit ziemlicher Sicherheit wusste, war, dass Piet aufgesprungen sein musste, denn dabei war dessen Stuhl mit einem Poltern umgekippt. Die Stille, die nun folgte, füllte den Raum beinahe noch konsequenter aus als die Dunkelheit. Dann hörte er Piet fluchen. Ein Schuss. Ein dumpfer Schlag. Ein großer Körper fiel zu Boden. Wieder alles still.
Tom begann, soweit es seine Fesseln zuließen, auf dem Stuhl hin- und herzurutschen. Ein Schweißtropfen brannte ihm im Auge. Seine Nackenhaare richteten sich auf. „Ist da noch wer?“ Er flüsterte die Frage, war sich nicht sicher, was er sich wünschen sollte. Wäre da noch jemand, könnte das gut, aber auch ausgesprochen schlecht für ihn sein. Gleichzeitig packte ihn die Furcht, er könne allein hier zurückbleiben. Möglicherweise mit einer Leiche irgendwo im Raum. „Ist da noch wer?“ Jetzt schrie er es.
„Ja.“
Tom erstarrte. Die Stimme war direkt hinter ihm. Es war die Stimme einer Frau.
„Es ist vorbei.“
Er spürte kalten Stahl.

Was bisher geschah

Blogroman: 14 – Süßer Hintern

Tom zog den Kopf zwischen die Schultern und schloss die Augen. Jeden Moment musste er den krachenden Aufschlag spüren. Er hörte die Tür und der Schlag blieb aus.
„Hallo Boss, alles erledigt.“
Tom traute sich, die Augen wieder zu öffnen. Boss drehte ihm den Rücken zu und erwartete die zwei, die eben zur Tür hereingekommen waren. Süßer Hintern, dachte Tom und war selbst überrascht, welche Streiche ihm sein Gehirn sogar in dieser Situation spielte.
Die beiden Neuankömmlinge, ein Mann und eine Frau, blieben vor Boss stehen. „Keine Probleme“, sagte der Mann. „Um Neumann musst du dir keine Sorgen mehr machen.“
„Gut“, antwortete Boss. Sie drehte sich wieder zu Tom um. „Also, du hast es gehört. Leute, die nicht mit uns kooperieren, verschwinden ganz schnell von der Bildfläche. Was ist nun mit dem Artefakt?“ Der Schlagstock klopfte ungeduldig auf die Handfläche ihrer freien Hand.
Tom schwitzte und seine Stimme überschlug sich, als er flehte: „Wenn Sie mir wenigstens sagen könnten, was Sie meinen, wäre ich Ihnen wirklich gerne behilflich, glauben Sie mir doch!“
Sie wog den Schlagstock noch eine Weile in den Händen, dann griff sie mit beinahe enttäuschter Miene in die Innentasche ihrer schwarzen Lederjacke und zog ein Foto heraus. Sie hielt es Tom genau vor die Nase.
„Das meinen Sie? Ich hätte nie gedacht, dass das irgendeinen Wert haben könnte.“

Was bisher geschah