Krimineller Spaß

Stadt-Land-TodSehr inspirierend, dieses Stadt-Land-Tod. Und vor allem sehr lustig. Muss allerdings noch herausfinden, wie, warum und vor allem wen der Bär im Braunkohletagebau mit Bienenhonig ermordet hat.

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In der Wanne

In der Wanne

© silver-john

Ihre Hände an seinem Hals gleichen einem Schraubstock. Warum ist sie so stark? In seinen Ohren rauscht es. Der Wasserhahn! Es kann nicht mehr lange dauern, bis die Wanne überläuft. Aber bestimmt ist sowieso schon alles nass. Sie schüttelt ihn. Er schüttelt sie. Wann ist es zu Ende? In seinen Schläfen pocht es. Er kann nicht atmen. Das Wasser steigt. Er sollte sie abwehren, ihren mörderischen Griff von seiner Kehle lösen. Doch ließe er ihre Schultern los, wäre das das Ende. Er möchte etwas sagen. Mit ihr sprechen. Sie anschreien. Doch er kann nicht. Braucht alle Kraft. Ohnehin schluckt das Wasser alle Töne. Endlich! Der Druck an seinem Hals lässt nach. Er lächelt. Lässt nicht locker. Bekommt Oberwasser.

Erst als er ganz sicher ist, richtet er sich auf. Greift nach einem Handtuch. Sie liegt in der Wanne. Starrt ihn an. Ihr Haar schwimmt auf. Die Lippen, endlich nicht mehr zusammengepresst, verblassen. Er liebt es, wenn sich am Ende ihre Züge entspannen. Sie sich endlich in ihr Schicksal fügen. So auch sie. Keine bisher hat sich so gewehrt. Starkes Mädchen.

Von Wölfen und Ausländern

© Retron

© Retron

Manch einer hält den Skeptikern entgegen, dass der Wolf, wenn er in unserem Land wieder heimisch wird, einen wichtigen Platz im Ökosystem zurückerobern könnte. Unter einem Artikel beim Spion fand ich in einem Kommentar allerdings die Argumentation einer 22-Jährigen, die auf außergewöhnliche Weise sehr viel weiter geht:

ich bin der Meinung der Wolf kann hier bleiben.das er hier schon seit 100 jahren nicht mehr heimisch ist haben die doch schuld……wenn der mensch weiter so macht,kennen die kinder irgendwann die heutigen tiere nur noch von bildern und internet
alles muss der mensch abknallen was ne bedrohung darstellt…..aber wenn sinnlos tiere getötet werden sprich walfang usw. da sagt keiner was
ausländer sind hier total willkommen und können machen was sie wollen,leute killen und die sau rauslassen………….aber tiere haben kein recht
soll der wolf sich doch vermehren und die ganzen arbeitslosen ausländer fressen

aber es ist doch auch so
bei tieren stellen die politiker sich total blöd an
aber ausländer dürfen immer mehr hier rein

Leben

Leben

Er lebte noch! Hatte den unmöglichen Weg hinaus gefunden, vorbei an den Sicherheitsschützen, menschlichen wie computergesteuerten. Hinaus ins Unmögliche. In die Todeszone, die ihm letztlich das Leben nehmen musste.

Denn nichts Lebendiges konnte hier existieren, außerhalb der Stadtmauern. Das hatte man ihn von Kindesbeinen an gelehrt.

Doch längst hatte ihn alles Leben verlassen, noch in der großen Stadt. Ein letzter Wunsch war sein einziger Antrieb gewesen: Die Grenze zu überschreiten und selbst zu prüfen, ob es wahr war, was man ihm beigebracht hatte, selbst wenn er damit auch seinem Körper den Tod brachte.

Weiter und weiter ging er, erwartete jeden Moment zu sterben und hoffte, vorher noch etwas zu sehen, das mehr war als toter Stein.

Und dann sah er es: Ein Gebilde, wie er noch nie zuvor eines gesehen hatte. Zart war es und klein. Auf einem grünen Stiel ragte es aus den Steinen hervor, denn selbst war es kein Stein und angefüllt mit Farbe. Hell leuchtete ein roter Kopf, der aus unzähligen kleinen Kügelchen zu bestehen schien und in dem Federn steckten, weißblau und weitaus gleichmäßiger als die der Grauvögel.

Sie fingen seine Tränen auf, als er erkannte, dass er das Leben in der Todeszone entdeckt hatte.

 

Leben
Er lebte noch! Hatte den unmöglichen Weg hinaus gefunden, vorbei an den Sicherheitsschützen, menschlichen wie computergesteuerten. Hinaus ins Unmögliche. In die Todeszone, die ihm letztlich das Leben nehmen musste.
Denn nichts Lebendiges konnte hier existieren, außerhalb der Stadtmauern. Das hatte man ihn von Kindesbeinen an gelehrt.
Doch längst hatte ihn alles Leben verlassen, noch in der großen Stadt. Ein letzter Wunsch war sein einziger Antrieb gewesen: Die Grenze zu überschreiten und selbst zu überprüfen, ob es wahr war, was man ihm beigebracht hatte, selbst wenn er damit auch seinem Körper den Tod brachte.
Weiter und weiter ging er, erwartete jeden Moment zu sterben und hoffte, vorher noch etwas zu sehen, das mehr war als toter Stein.
Und dann sah er es: Ein Gebilde, wie er noch nie zuvor eines gesehen hatte. Zart war es und klein. Auf einem grünen Stiel ragte es aus den Steinen hervor, denn selbst war es kein Stein und angefüllt mit Farbe. Hell leuchtete ein roter Kopf, der aus unzähligen kleinen Kügelchen zu bestehen schien und in dem Federn steckten, weißblau und weitaus gleichmäßiger als die der Grauvögel.
Sie fingen seine Tränen auf, als er erkannte, dass er das Leben in der Todeszone entdeckt hatte.Er lebte noch! Hatte den unmöglichen Weg hinaus gefunden, vorbei an den Sicherheitsschützen, menschlichen wie computergesteuerten. Hinaus ins Unmögliche. In die Todeszone, die ihm letztlich das Leben nehmen musste.Denn nichts Lebendiges konnte hier existieren, außerhalb der Stadtmauern. Das hatte man ihn von Kindesbeinen an gelehrt.

Doch längst hatte ihn alles Leben verlassen, noch in der großen Stadt. Ein letzter Wunsch war sein einziger Antrieb gewesen: Die Grenze zu überschreiten und selbst zu überprüfen, ob es wahr war, was man ihm beigebracht hatte, selbst wenn er damit auch seinem Körper den Tod brachte.

Weiter und weiter ging er, erwartete jeden Moment zu sterben und hoffte, vorher noch etwas zu sehen, das mehr war als toter Stein.

Und dann sah er es: Ein Gebilde, wie er noch nie zuvor eines gesehen hatte. Zart war es und klein. Auf einem grünen Stiel ragte es aus den Steinen hervor, denn selbst war es kein Stein und angefüllt mit Farbe. Hell leuchtete ein roter Kopf, der aus unzähligen kleinen Kügelchen zu bestehen schien und in dem Federn steckten, weißblau und weitaus gleichmäßiger als die der Grauvögel.

Sie fingen seine Tränen auf, als er erkannte, dass er das Leben in der Todeszone entdeckt hatte.

Das Messer

Foto: TheUmf

Foto: TheUmf

Plötzlich war da das Messer. Von einem Moment zum anderen hatte sie es in der Hand. Ein Kochmesser mit einer breiten Klinge, etwa 20 Zentimeter lang, schätzte er.

Warum tat sie das? Sie zerstörte alles! Wollte sie ihn töten?

Er sah das Schimmern auf dem Stahl. Schmeckte einen metallischen Geschmack. Hatte er sich gerade auf die Zunge gebissen?

Er trat einen Schritt zurück, löste seinen Blick von der Klinge. Ihre Augen fuchtelten wilder umher als das Messer, in dem nur ein leichtes Zittern gewesen war. Sie fuhr sich mit der freien Hand durch die Haare, die längst keine Frisur mehr zeigten.

Lächelte sie? Oder löste sich nur ein Krampf von ihren Lippen? Sie folgte seiner Rückwärtsbewegung.

Er versuchte, zu beschwichtigen. Es sei doch alles nicht so schlimm und bis eben so schön gewesen. Er wollte ihr den Schweiß von der Stirn wischen, dann war sie über ihm.

Endlich begriff er, dass es mit ihm zu Ende gehen würde. Jedes Mal, wenn sie zustach, betäubte der neue Schmerz den vorigen. Er versuchte sich vorzustellen, wie er jetzt aussah. Er hatte nie besonders gut ausgesehen.

Bedauerlich, dass es so weit hatte kommen müssen. Ein Spiel mit bösem Ende. Sie hätten Spaß haben können in ihrer Küche. Vielleicht hätte er sie auch ins Schlafzimmer geführt. Aber sie hatte sich gewehrt. Mehr als alle vor ihr. Nun war sie die Letzte. Und war es doch nicht. Mit ihm ging es zu Ende.