Sci-Fi-Autoren aufgepasst!

Wie pressetext.com berichtet, wurden zwei Planeten entdeckt, die Autoren, die sich gern in die Weiten des Weltraums schreiben, inspirieren dürften.

Foto: Kaltenegger, MPIA

Grafik: Planeten mit Wasser können Leben beherbergen
(Foto: Kaltenegger, MPIA)

Zwei neue lebensfreundliche Planeten entdeckt

„Kepler-62e“ und „Kepler-62f“ sind der Erde laut MPIA sehr ähnlich

Heidelberg (pte021/19.04.2013/13:57) – Ein internationales Team von Astronomen hat im Sternbild Leier einen Planeten entdeckt, auf denen vermutlich lebensfreundliche Bedingungen herrschen. Die Forscher haben lange nach einer „zweiten Erde“ gesucht, die Deutsche Lisa Kaltenegger vom Heidelberger Max-Planck-Institut für Astronomie (MPIA)http://mpg.de gehört zum Forscherteam.

In habitabler Zone

„Tatsächlich liegen ‚Kepler-62e‘ und ‚Kepler-62f‘ in der lebensfreundlichen, habitablen Zone ihres Heimatsterns. Außerdem sind sie die kleinsten Körper, die bisher in einer derartigen Zone gefunden wurden“, sagt Kaltenegger. Die beiden Planeten haben einen Radius, der dem 1,61-Fachen bzw. dem 1,41-Fachen des Erdradius entspricht. Daraus schließen die Forscher, dass sie Felsplaneten mit soliden Oberflächen sind. Außerdem kreisen die beiden Planeten in der habitablen Zone, in der flüssiges Wasser vorkommen kann.

Der Stern, um den die beiden Planeten kreisen, ist rund 1.200 Lichtjahre von der Erde entfernt und ein wenig kleiner und kühler als unsere Sonne. Von uns aus betrachtet, laufen die Planeten in regelmäßigen Abständen vor ihrem Mutterstern vorbei und schatten dabei einen Bruchteil seines Lichts ab. Dass aber Kepler-62e und Kepler-62f keine Gasplaneten wie Jupiter oder Neptun sind, ist ein Schlüsselaspekt der neuen Entdeckung.

„Nehmen wir an, bei beiden handelt es sich um Felsplaneten, wie ihre Radien nahelegen. Gehen wir weiterhin davon aus, dass es auf diesen Planeten Wasser gibt, und dass ihre Atmosphären eine ähnliche Zusammensetzung haben wie jene der Erde – also vor allem Stickstoff, mit Anteilen von Wasser und Kohlenstoffdioxid“, sagt Kaltenegger. „Unter diesen Voraussetzungen könnte auf den Oberflächen beider Planeten flüssiges Wasser vorkommen.“

Flüssiges Wasser möglich

Kepler-62f empfängt weniger Strahlungsenergie von seinem Stern als die Erde von der Sonne und würde entsprechend mehr Treibhausgase benötigen, um nicht einzufrieren. Kepler-62e hingegen ist seinem Stern näher. Dieser Planet braucht eine hinreichend dichte Wolkendecke, mit der er Strahlungsanteile des Sterns reflektiert. Das könnte ein Hinweis auf flüssiges Wasser auf seiner Oberfläche sein.

Ob ein Planet lebensfreundlich ist oder nicht, beurteilen die Wissenschaftler danach, ob auf ihm flüssiges Wasser existieren kann. Aber von außerirdischem Leben können die Forscher nicht berichten. Das Ergebnis der Untersuchung zeigt nur, dass Kepler-62e bewohnt sein könnte – falls die Atmosphärenbedingungen stimmen. Ein definitiver Nachweis ist derzeit noch Zukunftsmusik.

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Blogroman: 26 – Die Amazone

Tilo zögerte noch einen Moment, dann öffnete er vorsichtig die Haustür und spähte hinaus. Alles war still. Natürlich. Er hatte beinahe eine Viertelstunde gewartet, nachdem das Motorengeräusch von Papas Audi verklungen war, wobei er die ganze Zeit in seinem Zimmer auf und ab gegangen war, hin und her überlegt hatte, ob er wirklich auf die Straße gehen sollte. Aber was konnte jetzt noch passieren? Und er wollte unbedingt herausfinden, was das komische Paar in dem alten Lagerhaus getrieben hatte. Hier, am äußersten Ende der Stadt.
Er schaute sich nach allen Seiten um, als er die schmale Straße überquerte. Eine leichte morgendliche Brise wehte den Duft und die Stille des Waldes herüber. Er wählte die rechte der beiden Spurrillen, die den Weg zum Lagerhaus darstellten und durch die ungemähte Wiese führten. Von der Straße waren es etwa hundert Meter. Vielleicht hundertfünfzig. Aber während er sich von den beiden Straßenlaternen fortbewegte, überkam ihn mehr und mehr das Gefühl, er breche in ein fremdes Universum auf. Erst ein Mal war er diesen Weg gegangen, seit sie hierhergezogen waren. Im Licht der Nachmittagssonne. Bis zur Hälfte des Wegs hatte er sich getraut. Jetzt pochte ihm das Herz noch mehr als damals.
Aber dieses eine Mal würde er auch im Real Life ein Abenteuer bestehen! Er wagte einen Blick auf sein Ziel. Er konnte sich selbst nicht erklären, was an diesem Gebäude ihm so viel Furcht einflößte. Es war nur ein hässlicher großer Kasten. An der Ostseite zu einem großen Teil eingestürzt. Die Außenwände unregelmäßig mit rankenden Pflanzen bewachsen. Rückeroberung durch die Natur. Vielleicht war es dieser Eindruck von Wildheit. Vielleicht aber auch die Erzählungen von dem alten Herrn Faun aus der Nachbarwohnung. Als Tilo ihn über die Ruine ausgefragt hatte, hatten einige Sätze seine Fantasie besonders angeregt.
„Das alte Ding steht schon seit vielen, vielen Jahren dort und wird wohl immer da stehen bleiben. Schon in meiner frühen Kindheit, vor fast siebzig Jahren, stand es leer und stürzte an der Ostseite in sich zusammen. Einige Verfolgte hatten sich dort versteckt. Aber kurz vor dem Ende des Krieges fand man sie.“
„Was hat man mit ihnen gemacht?“, fragte Tilo, der an die Schwarzen Reiter aus Mittelerde denken musste.
„Es ist besser, das nicht zu wissen, glaube ich. Jedenfalls sollte es direkt nach dem Krieg abgerissen werden. Zum ersten Mal. Und danach immer wieder. Jedes mal hieß es, nun sei es endlich so weit. Und jedes Mal kam im letzten Moment irgendetwas dazwischen. Und so wird es wohl bis ans Ende der Zeit gehen. Denn zwar scheint es, als müsste das Ding sowieso bald in sich zusammenfallen, aber ich bin mir sicher, dass es sogar einem Orkan widerstehen würde.“
Tilo blieb stehen. Noch zwanzig Meter. Er sollte umkehren. Was konnte es da schon Interessantes geben? Nur weil da eine Agentin, die das Auto seines Vaters gestohlen hatte, mit irgendeinem Angsthasen hergekommen war?
Er drehte um. Setzte einen Fuß vor den anderen, immer schneller, bis er zu laufen begann. In seinem Kopf wandelte sich die Agentin zur Amazonenkriegerin. Dazu bedurfte es nicht viel. Ein Schwert und ein bisschen freizügigere Kleidung. Sie stand auf einem großen Felsen und der Wind spielte in ihrem roten Haar. Mit ihren grünen Augen visierte sie ihn. Tilo hatte  ihre Augenfarbe aus der Entfernung natürlich nicht erkennen können, aber er war sich sicher, dass sie grün waren. Auf ihren Lippen zeigte sich ein Lächeln. Sie lächelte ihn an. Wollte sie ihm Mut zusprechen? Oder …? Er ahnte, wie schnell aus dem warmen Lächeln ein kaltes Lachen werden konnte.
Als hätte jemand die Zügel gezogen, kam Tilo zum Stehen.

Was bisher geschah