Der Geisterorden: 67 – Wetten

Sie hatten eine Armee! Es war der Wahnsinn! Schade, dass das in der wirklichen Welt nicht so einfach funktionierte. Karl saß, umgeben von seinen Leuten, auf einem Baumstumpf und machte keinen Finger krumm, während sich die Wilden die Köpfe einschlugen. Welch lustiger Anblick! Seine Männer schlossen stets aufs Neue Wetten ab …

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Mc Pom Fritz: Eine schlechte Wahl

Ich hatte ein scheußliches Wochenende. Bianca hat sich von mir getrennt. Vielleicht auch nicht, denn wir waren ja noch gar nicht so richtig zusammen. Glaub ich jedenfalls, ne.

Dabei hat es so schön begonnen. Zum zweiten Mal war ich mit ihr einkaufen. Und diesmal hat uns Brad nicht gestört. Also er war gar nicht da, mein ich. Bianca war fröhlich und wir haben viel gelacht. Auch auf der Rückfahrt.

Als wir fast zu Hause waren, hat Bianca auf eins der Wahlplakate in unserer Straße gezeigt und gemeint, die müsste nun endlich mal jemand abhängen, die Wahl wäre schließlich vorbei. Klar, hab ich gesagt, mach ich nachher gleich. Die NPD kann sich ja schließlich nicht um alles kümmern.

Da hatte ich wohl irgendwas falsch verstanden. Bianca trat sofort auf die Bremse und guckte mich ganz wild an. Ob ich die etwa auch gewählt hätte. Ich wusste gar nicht, was ich antworten sollte. Ich wollte ja nicht lügen, ne. Aber ich hab auch gemerkt, dass Bianca die Antwort irgendwie nicht gefallen würde.

Sie hat trotzdem irgendwie gewusst, was ich gesagt hätte. Steig sofort aus meinem Auto!, hat sie gesagt. Und dass ich Glück hätte, dass wir schon zu Hause wären. Und ich sollte nicht auf die Idee kommen, sie am Freitag wieder zum Einkaufen abzuholen. Oder sie überhaupt wiederzutreffen.

Dann hat sie mich stehen lassen. Ich hab da noch lange gestanden. Sie hat sich nicht mehr umgedreht. Meine Einkäufe hat sie im Auto gelassen. Die hat sie mir am nächsten Tag einfach vor die Tür gestellt. Aber erst mal stand ich da noch. Keine Ahnung, wie lange. Ich wär am liebsten gestorben. Auch später auf meiner Couch. Da hab ich auch die letzten zwei Nächte geschlafen. Ist doch egal, ob auf der Couch oder der Matratze!

Ich hab heute Morgen überlegt, ob ich überhaupt zur Arbeit gehe. Aber dann bin ich doch los, ne. Und als ich dann auf Arbeit war, wollte ich gar nicht mehr aufhören zu arbeiten. Wolf hat mich gefragt, was denn los wäre. Aber ich hab nur geschrien, er soll mich in Ruhe lassen.

Ob ich morgen zur Arbeit geh, weiß ich noch nicht. Aber wenn ich zu Hause bleib, werd ich noch verrückt. Deshalb hab ich das jetzt auch endlich geschrieben. Ich glaub, ich muss mich bei Wolf entschuldigen, ne.

Bis dann,

Euer Mc Pom Fritz

Nachdenken über Schafe und Katzen

Gestern hat mich ein Galileobeitrag ins Grübeln gebracht. Es ging um Tiermythen. Unter anderem sollte der Vergleich mit einer Hauskatze zeigen, ob Schafe wirklich dumm sind.

Dazu wurden drei Intelligenztests zur  Futterbeschaffung durchgeführt. Die Tiere durften jeweils zusehen, wie ihnen Futter dargereicht wurde. Der Zugriff darauf wurde auf unterschiedliche Weise erschwert. Im ersten Test durch Abdecken des Futternapfes. Im zweiten Fall durch einen Korb. Das Futter lag diesmal auf einer Serviette. Das Tier sollte es mithilfe der Serviette unter dem Korb hervorziehen. Im dritten Test musste das Tier um eine Hinderniswand-Konstruktion herumgehen, um zum Futter zu gelangen.

In allen drei Fällen schnitt die Katze deutlich schlechter ab als das Schaf. Die Tests sind offenbar Standardtests und prüfen die Futterbeschaffungsintelligenz, die für Tiere ja lebensnotwendig ist.

Ich habe keinen Grund, an der Intelligenz von Schafen zu zweifeln oder mich daran zu stören. Auch würde ich es nicht schlimm finden, wenn Katzen eben nicht so intelligent sind. Meine Katze habe ich eigentlich nur zur Pflege (wenn auch schon seit fast vier Jahren) und ich hätte mir sonst sicher keine angeschafft.

Dennoch regten mich die Ergebnisse zum Nachdenken an. Müssten Raubtiere bei der Jagd nicht strategischer vorgehen können als Pflanzenfresser? Sollte sich bei ihnen in der freien Natur nicht viel häufiger die Notwendigkeit ergeben, Probleme zu lösen?

Vielleicht sind die Tests eben doch nicht so repräsentativ für die Intelligenz eines Tieres, denn die Futterbeschaffung bei Pflanzenfressern stellt diese doch vor ganz andere Aufgaben als die bei Raubtieren.

Pflanzenfresser müssen auch in der Natur einen Weg zum Futter finden. So es ihnen nicht überall vor der Nase wächst, müssen sie  Hindernisse im Gelände überwinden oder umgehen um Futterstellen aufzusuchen. Manchmal geht es nur darum, das Futter zu erreichen, weil es beispielsweise sehr hoch hängt. Nicht umsonst dürften es gerade Tiere sein, die derartiges zu bewältigen haben, die man beim Gebrauch von mehr oder weniger simplen Werkzeugen beobachten kann.

Ein Beutegreifer muss das nicht. Natürlich muss er sich auf die Suche nach jagdbarem Wild machen, aber das läuft anders ab. Entweder es führen ihn seine Sinne direkt zur Beute oder er lauert ihr auf, etwa an einer Wasserstelle. Hat er die Beute erst einmal aufgespürt, wird er in der Regel nicht mit dem Problem konfrontiert, wie er sie erreichen kann. Seine Aufgabe ist es, die Beute zu erlegen, nicht sie irgendwo hervor- oder herauszuziehen, sie auf Umwegen zu erreichen oder ähnliches. Durch Anschleichen oder durch Schnelligkeit muss er die Distanz zu ihr verkürzen und zum tödlichen Sprung ansetzen.

Die Katze hat es also ebensowenig wie die meisten anderen Raubtiere nötig, mit einer der getesteten Strategien ans Futter zu kommen. Im Fall der Hauskatze ist das Katzenfutter sogar bereits erlegt. Die getestete Futterbeschaffungsintelligenz hat also wenig mit den natürlichen Notwendigkeiten eines Raubtiers zu tun.

Möglicherweise gäbe es andere Problemlösungsstrategien, die die Katze in ihrer natürlichen Entwicklung herausgebildet hat, die man aber auf andere Weise testen müsste. Ebenso wie es ja auch unfair wäre, eine Katze in solchen Disziplinen mit einem Hund zu vergleichen, in denen es auf koordiniertes Verhalten mehrerer Tiere ankommt.

Auch der Mensch hat sich ja nicht zu dem entwickelt, was er heute ist, weil er ein perfektes Raubtier gewesen wäre. Er musste die Schwierigkeiten, die sich ihm bei der Nahrungsbeschaffung entgegenstellten, auf andere Weise lösen.