Zwischen den Zeilen

Zwischen den Zeilen

© Adi

Mit einem Knall fiel die Wohnungstür ins Schloss. Dorit lehnte sich dagegen und ballte die Fäuste. Einen Moment lang musste sie sich bewusst machen, dass sie jetzt daheim war. In ihrem kleinen Schloss. Die Zugbrücke hochgezogen. Frust und Enttäuschung mussten draußen bleiben. Noch einmal wandte sie sich der Tür zu, zeigte der Welt, allen voran Thomas, den Finger.

Keine Zeit verstreichen lassen. Einen Tee, eine Tafel Schokolade. Zartbitter! Ihre Ungeduld verlangte drei Versuche, um die Duftkerze zu entzünden.

Rosen! Endlich konnte sie es sich auf ihrer Kuschelcouch bequem machen. Einige besinnliche Sekunden, in denen sie mit zarten Fingerspitzen über das Cover strich, bevor sie das Buch öffnete und sich auf die Zeilen stürzte. Begierig saugte sie an jedem einzelnen Buchstaben, sehnte ihn herbei, den magischen Moment. Dann trat er hervor, ließ sich nicht mehr lange bitten. Dorit spürte, dass er sich ganz auf die Beziehung eingelassen hatte. Und beide ließen sie die Geschichte Geschichte sein und widmeten sich ihrem eigenen Märchen, daheim, auf der Kuschelcouch.

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Blogroman: 21 – Ende der Nacht

Lisa hatte kaum geschlafen. Dennoch lag sie schon wieder wach und schaute aus dem Fenster, wo sich die Nacht noch nicht vertreiben lassen wollte. Lächelnd schaute sie zu Lars. Er sah zufrieden aus, wie ein kleines Kind, das sich von den Eltern beschützt weiß. Und er hörte sich zufrieden an. Dabei klang sein Schnarchen in ihren Ohren eher niedlich als aufdringlich.
Das war sie also gewesen, die erste Nacht mit dem Mann, der sie endlich wieder aus der Einsamkeit gerissen hatte. Nach der Trennung von Tom, hatte sie lange geglaubt, keine neue Beziehung mehr eingehen zu können. Doch Lars belehrte sie jeden Tag, seit sie sich kennengelernt hatten, eines Besseren. Und mit jedem Tag füllte sich ihr Leben mit neuer Freude und die Hoffnung wuchs, es könne wieder eine Zukunft mit einem Mann an ihrer Seite geben.
Sie drehte sich zu Lars und streichelte sanft seinen kräftigen Nacken. „Morgen werde ich den letzten Gegenstand entsorgen, der mich an Tom erinnert“, flüsterte sie.
Es polterte an der Wohnungstür.

Was bisher geschah